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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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125
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Docimasie. 125

pfer oder Mößing, welches man so lange befeilt, bises die genaue Schwere hat. Das fertige Gewicht wirddann mit 64 Pfund bemerkt. Nun verfertigt man einähnliches, welches genau 32 Gran schwer ist, und bemerktes mit 32 Pfund; und so verfahrt man bis auf; Pfund.Die 64, 32 und 4 Pfundstücke werden dann zusammen ineine Wagschalc gelegt, und hiernach das 100 Pfundstückgemacht; so hat man alle erforderlichen Gewichte, und -kann sich jeden Ceniner zu uz oder 114 Pfund leicht zu-sammensetzen.

§. 119-

Probirgefäße.

Die zum Eisenproben nöthigen und üblichen Ge-fäße sind die Pro dir« odcr Kelch tuten, welche dieGestalt eines Kelches haben. Sie müßen von einemfeuerfesten Thon verfertigt seyn. Im Nothfalle läßt sichauch ein gewöhnlicher Hessischer Schmelztiegel dazu ge-brauchen.

Ehe die Probe unternommen werden kann, schlägtman die Tiegel erst mit einem Skübbeheerde aus. DieMasse hierzu wird von 1 Theil Lehm und 2 Theilen Koh-lenstaube gemischt; beides wird fein gerieben, mitWasser angefeuchtet, in die Tute gethan, und mit einemkonischen Holze (dem Mönnich) darinn fest gedrückt.Diese Masse muß jetzt ohngefähr Z Zoll stark in dem Ge-säße herumsitzen. Ein zweiter Ueberzug von z TheilenKohlenstaub und > Theil Lehm wird dann wieder daraufgesetzt, und damit wie vorhin verfahren (gewöhnlichist aber ein einfacher Ausschlag schon hinreichend),dirs nennt man die Spur machen.