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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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435
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i sie Abtheilung. Vom Roheisen. 435

stände desselben die größer seyn, welche er in dem Augen»blicke/ ehe er in Fluß geriet!), hakte. Eine solche Aus»belmung erleidet vorzüglich das Roheisen, indem es dieverschiedenen Glühcgrade durchgehet.

Durch Versuche hat sich gefunden, daß es die größteAusdehnung erleidet, indem es von der gewöhnlichenTemperatur bis zu der des Blauanlaufens, und vombraunwarmcn biS zum weiß warmen Glühcgradeübergeht'. Nicht alles Roheisen dehnt sich aber gleichstark aus. Dasjenige, welches sich in der Hitze am mei»sien ausdehnt, muß sich auch beim Erkalten am meistenwieder zusammen ziehen.

Daß das Roheisen beim Gießen in jeder Form, wah»rend dem Erkalten, sich zusammen ziehen muß, ist alsolehr natürlich. Die Grade der Ziisanimeiiziehiiiig sindober verschieden man hat folgende Bemerkungen dar-über gesammelt:

1) Weißes dichtes Roheisen, schwindet beimErkalten am wenigsten; da es^abcr schnell erstarrt, undhierdurch leicht löcherigt wird, so ist es zu dichten Guß»Maaren nicht am passendsten.

2) Lichtgrau cS, schwindet nachstdcm am wenig»Ürn, erstarrt langsamer, und ist daher zu feinen dichtenNützen besser.

3) Weißes, rothbrüchiges Roheisen, schwill»^t sehr unmcrklich, und dehnt sich oft noch starker aus;^ Seht dabei eine Art Aufwallung vor; es taugt daheri" keinen dichten Sachen. Wegen des enthaltendenSchwefels kann es übrigens leichtflüssig seyn.

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