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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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466
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466 Fünfter Abschnitt. Hütte'nökonomie.

fallt. Die Mündung derselben ist vierseitig, und vonmittlerer Größe. Der Frischbodcn neigt sich etwas nachder Arbeitsstile zu, und das Schlackenloch ist vier bisfünf Zoll über dem Boden. Der Boden ist von Gußei'fen. Das Geblase fvrmiren zwei kleine hölzerne Balge.Man verfrischt graues Roheisen.

Der Kunstgriff beim Frischen besteht Vorzüglich darin,daß man, wenn das Elfen niedergcschmolzcn ist, mittelsteines schmalen Cistnstabes in den Hcerd hineinfahtt,ihn in der müßigten Masse herumdreht, wodurch sichgefrischtes Eisen daran hangt, und dann den Stab her'auszieht.

Die nähere Bestimmung des Prozesses ist kürzlichdiese: Den Hcerd schlagt man stark mit Kohlenstübbe aus,so daß vor der Form eine runde Vertiefung entsteht,welche ohngcfahr einen Fuß im Durchmesser halt. Indieser Vertiefung kommen zu »ntcrst Frischschlackcn, undoben auf reine Kohlen. Die zum Ei,'.schmelzen bestimm'ten Roheiscnstückc legt man gegen der Form über in g^rader Linie, so daß sie ohngcfahr einen halben Fuß vonder Formmündung entfernt bleiben.

Nun wird das Geblase angelassen; die Balge, wcl'che kurz und schmal sind, wechseln, da das Roheisen leichtflüßig ist, anfangs nur langsam. Wahrend diesem E>i"fchmelwn wird das Eisen voriger Luppe ausgcschmicdcl,und unterdessen die Schlacke vcrschkdencmal abgestochen -die stutzige Masse aber jetzt noch nicht angerührt, bis al'les Rovclscn eingegangen ist. Ist dies geschehen, so lWman die Balge geschwinder wechseln, der Frischer nininst«in Speit, und fangt an, die Masse aufzubrechen und vorden Wind zu bringen; so wie sie steifer zu werden

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