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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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472
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472 Fünfter Abschnitt. Hüttenökonomic.

Die größere specifische Schwere des Stahlswürde ich durch die beim Schmelzen, Cemcutiren und Ger»den erhaltene größere Dichtigkeit zu erklären suchen.

Sehr auffallend bleibt noch die ausserordcmliche Ge>schmeidigkeit des ungehärteten Stahls; er ist kern l>o»rnogencr Körper, kein reines vollkommenes Metall undbesitzt doch die Eigenschaften desselben. Wird das Roheitsen nur unvollkommen »erfrischt, so ist «s nachher beinaheunbrauchbar, weder ganz stahlartig noch geschmeidig.

Merkwürdig ist pom Schmelz stahl, daß er feintErundelgeuschaften durchgchcnds zeigt, und sie weit>Uger als der Cementstahl bcibcdält.

Ist das Eise» im geringen Grade rotbbrüchig, so scha^bet dieß dem Stahl nicht, hingegen Jalthruch kann ergar nicht vertragen.

Der Schmclzstahl wird nur aus Magnesium hal«tigen Eiscnmincrn erhalten. Dieser Umstand bat zu derIdee Veranlassung gegeben: das Magncsiummclast seinothwendiger Pcstandtbeil des Stahls. Wäre dies wärk*lich der Fall, so könnte durch Cementation des geschmeidiggen Eisens im bloßen Kohlenstaube, kein Stahl hervorgcsbracht, sonder» es müßte bei jedwedem Stahlprozcß, erstMagnesium zugesetzt werden. Daß dies aber nicht so ist,ist allgemein bekannt.

" §. 412.

Versuch einer Definition von der Wirkung desMagnesiums auf das Stahlwerden desEisens.

Wie vorhin, (§. 378.) gezeigt, beruhet der specist'sche Unterschied zwischen Stahl und Eisen, bloß auf ^