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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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474
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474 Fünfter Abschnitt. Hüttcnökonomie.

Ist der Magncsiun'.gchalt drr Beschickung sehr bc»Irachtlich, so wird durch die Verbindung des Magnesium'metallS mit dem Eisen der Bruch und daS Gcfüge dcffel'bei» auch sehr geändert werden. Da nun ein solches weis'scs Roheisen, wenig Kohlenstoff enthalt, und daö damitverbundene Magiicslumiuetall, im Etahlheerdc leicht ab'geschieden und verflüchtigt werden kaun, so ist die Qua'l ficirung eines solchen Roheisens zu Stahl, leicht be'greistich.

ES kann j^ooch auS jedweder andern und reine»Noheisenart ebenfalls Stahl gemacht werden, und einegewiffc Menge Magnesiummekall, den Eigenschaften desStahls und deS EiseuS unbeschadet, »litt demselben vcr'bunden bleiben..

§- 4lZ.

Eine sehr auffallende Eigenschaft des Stahls i>»Allgemetnen, bleibt die: nach dem Löschen so äusserst'dentlich hart zu werden. Diese Harte ist ein sehr intet'cssanteS Probten» für die Physiker. Die übrige» .dehnba'ren Metalle haben zwar auch die Eigenschaft, nach einetschnelle» Versetzung in eine niedrigere Temperatur, hat'tcr zu werden, allein nie in dem Grade alS der Stahl,auch daS Roheisen nicht *). Je kalter die Substanz ist'worin man den Stahl löscht, je harter wird er.

Kunst Stahl zu machen beruht blos darin, ihm diese Cigc»'schaft zu geben.

nt) Graues Roheisen wird durch Löschen im Wasser fastgar nicht härter, grelles Roheisen hingegen nim^schon eine beträchtliche Härte an.

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