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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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iste Abtheilung. Vom Stahl.

§. 4 ^ 4 '

. Eigenschaften des besten Stahls überhaupt.

Derjenige Stahl muß für dcn besten gehalten wer»dcn, welcher

r) dir größte eigenthümliche Schwere hat;

s) bei dem Abkühle» in einer Flüßigkcit, bei dem ge»ringsten Hitzzrade, die größte Harte annimmt;

z) nach dem Härten am meisten widersteht, und denstärkste» Schlag aushäit, ohne zu brechen;

4) den größten Wärmegrad zum Anlaufen erfordert;

5) den feinsten und gleichsten Bruch zeigt;

6) beim Schmieden am besten wellet und schweißet,ohne zu breche» oder zu borsten ; und

7) die Schweißhitzc ani längsten auSbält, sich umlegenund gerben läßt, und dabei am wenigsten von sei»»er Harte verliert.

§. 415 .

VoM Schmelzstahl. /

Wird das Roheisen in einem»besonders Vorgerichte»tcn Hccrde nach dcn Regeln der Kunst dergestalt geschmol«len, daß der größte Theil davon sich in eine Luppeverwandelt, welche Stahl ist, so nennt man diesenSch 111 elzstahl. Mithin aller Stahl, welcher nichtunmittelbar durch Ccmentation gewonnen wird, heißtEchmelzstahl. Jeder Etahlheerd ist so eingerichtet,daß paS darin verschmolzene Stahlrohciscn einer weitgrößeren Hitze ausgesetzt ist. Die Bälge sind dahergrößer, als bei gewöhnlichen Frischheerden, und der Heerd