Band 
Dritter Band.
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Mühlen

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der Sklavinnen; aber nachher wurden die Mühlen vonLeibeigenen getrieben. Mit der Zeit verfiel man darauf,der Mühle eine Deichsel zu geben, und sie vom Vichetreiben zu lassen. Vielleicht haben sogar die ersten Roß-mühlen nur eine schwere Keule, wie die Handmühlengehabt, aber man muß gar bald bemerkt haben, daßdie Arbeit schneller gehn würde, wenn man statt dersel-ben einen großen, schweren walzenförmigen Stein neh-men wollte. Da noch jetzt einige rohe Völker ihr Ge-traide auf Reibsteinen zermalmen, so ist die Vermuthungnicht unwahrscheinlich, daß man anfangs das Gerraidemit einem steinernen, unten platt geschliffenen Kegelzerrieben habe, so wie die Mahler sich noch jetzt desReibsteins bedienen. Uebrigens sind alle Nachrichten,die man bei den Alken von Hand- und Noßmühlen fin-det, sehr unzulänglich, und lehren sehr wenig. BeimHiob (41, 15.) ist von Mühlensteinen die Rede.Moses verbietet den Jsraeliten, den obern oder unternMühlenstein zum Pfande zu nehmen. 5. B. Mos.24, 6. Und aus 2. B. Mos. 11, Z. geht hervor, daßdas Mahlen in den damaligen Zeiten eine der verächt-lichsten und härtesten Arbeiten der Knechte und der Skla-ven gewesen ist. Eben dies «giebt sich aus Ies. 47, 2. In Griechenland wurde Myles, des ersten Königszu Lacedämon, Lelex, Sohn, für den Erfinder derMühle angesehen. Eine Handmühle, worauf eineinziger Mensch 1500 Pfund gutes Mehl täglich mah-len kann, die nur einen Raum von 10 Fuß einnimmt,hat Eammas de Rodez in Paris erfunden. Eineneue besonders nützliche Handmühle ist vom Prior derKarmeliter zu Zagorsk in Pohlea erfunden. Eineneue Handmühle, bei welcher s Menschen Mühl-steine von 3 Fuß, 6 Zoll im Durchschnitt, eben so gr-