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Musivische Mahlerey
hat jetzt nicht nur alle Hauplfarben, sondern auch allemögliche Mittelfarben im Glase, die man vormals nichthalte, denn durch die Erfindung des gefärbten Glasesist die Kunst erst vollkommner geworden, und die GlaS-stückchen, woraus man die Gemählde zusammensetzt,werden so sein gemacht, und so gut an einander gefu-get, daß das Gemählde, nachdem die ganze Tafel ab,geschliffen und polirt worden, in Harmonie und Hal-tung ein wirkliches Werk eines Pinsels zu seyn scheint. —
Die Verbesserung und Vollkommenheit dieser Kunst hat iman dem Peter Paul von Cbristophoris, einemSohne des Fabius in Rom zu verdanken, der gegen !den Ansang deS vorigen Jahrhunderts eine mosaischeSchule anlegte, und viel große Schüler gezogen hat. —Pabst Clemens XI -, der 17»« aus den päbstlichen ^
Stuhl kam, und' 1721 starb, errichtete eine neue Fa, !
brik der mosaischen Gemählde. — In Florenz und >Rom wird jetzt das schönste Mosaik verfertigt. — InFlorenz sind die Materien, deren man sich dazu be- §dient, die kostbarsten Marmorarten, Agate, Granate, !Sardonyche, Korallen, Perlmutter, Lasurstein , Ja,spisse, Topasen u. dergl. m. — In Rom bedient mansich weder des Marmors, noch der feinen Steine, son-dern der Glasschmelze, die in so kleine Stiftchengeschnitten werden, als es die Zeichnung erfordert. —
Die römische A.beit hat den Vorzug vor der flocentini-schen. — Ums Jahr 1730 hatte man noch kein hock- i
rothes mosaisches Glas, bis Alexis Matthioli I
solches erfand. — PompeoSavini, ein Edelmannaus Urbino , hat im Jahre »760 Gemählde in Mo-saik, nach Art der Mayerschen Wachsgemählde verfer-tigt. Wenn nemlich die Tafel fertig ist, so sagt er dieVorderseite parallel durch» und vervielfältigt aus diese