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Parucke
eine Act dreydräthiger Tressen, die man auf Bänderoder andere Zeuge nähere, welche man ausspannte, undauf hölzernen Köpfen zusammenfügte. Dies ist die Ent,stehung unsrer heutigen Parucken. Der erste, der eineParucke trug, war der Abt La Niviere. Es war ein»mal eine Zeit. da dieser Kopfputz so dick, so voll Haar,und so lang war, daß er bis auf die Hüfte hing, undeinige Pfunde wog. Ein Mensch, der ein etwas mage,res Gesicht hatte, ward durch diese Wolke ganz versteckt.Man trug auch das Vordertbeil der Parucke sehr hoch;daS hieß: äovant ü Is ^ontaZns, weil der Marquisvon Fontagne, zu den Zeiten Ludwigs XiV.(164z — 1715) es aufgebracht halte. Ein gewisser Er-wais erfand endlich die Kunst, die Parucken zu cre-piren, oder kraus zu kämmen, wodurch sie auch,beiwenig Haaren viel besetzter und voller scheinen, als sieselbst mit weit mehr Haaren seyn könnten. LudwigXIV. führte die großen Parucken ein. Im Jahre 1Ü56bestellte er 48 Paruckenmacher für den Hof, und 200für die Stadt Paris . Das letztere wurde im I. 167zwiederhoblt, und man kann dies als die erste Parucken-macher-Zunst ansehen. Im Jahre 1660 halten die Pa»rucken schon so überhandgenommen, daß auch die Geist»lichen diese Mode mitmachten, und 1670 war schonganz Europa davon angesteckt. — Die Beut.elparuk-ken sind die neuesten. Man nannte sie anfangs xerru-ljues ü ls rsKence, weil sie unter der Regentschaft deSHerzogs von, Orlcans (um 1716) aufgekommen waren.—Man erfand auch gläserne, und in Paris Drathpa-rucken, welche letztere aber wegen ihrer Dauer bald ver-boten wurden. — In Schweben erstreckt sich der Ge»brauch der Parucken kaum über das Jahr 1670. — DieDeutschen , die schon längst einen besondern Geschmack