Band 
Dritter Band.
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Reime

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spracht so «ivhl aufgrnommen, daß man solche- auchnachher bei lateinischen Versen habe anbringen wollen.Die Meinung des Bischof» Huet zu AurancheS (geb.i6zc>, gest. 172».) daß die neuern Abendländer denReim von den Arabern gelernt haben, ist nicht ohneWahrscheinlichkeit. Nachdem sich diese in den mittägigenGegenden von Frankreich niedergrlsffen harten, nahmendie ersten welschen Dichter, die sogenannten Trouba-dours (s. diese.) den Reim von ihnen. Die alten Bar-den haben, so viel man aus dem Oßian sehen kann,nicht gereimt. Nach Baretti wird der Reim auchin der Poüste der Neger angetroffen. In die la-teinischen Gedichte haben sich die Reime sehr frühzei-tig, als zur Poesie gehörig ein'geschlichen. Der heil.AmbrosiuS schrieb 374 einen Hymnus, der sich reimte.Das erste Werk des heil. Augustinus , (395.) gegendie Donatisten, ist ein gereimter Gesang, und beimAchilles MuciuS findet sich ein im Jahre 707 voneinem Mopses MuciuS geschlichenes ganzes lateini-sches Gedicht von 400 gereimten Versen. Man mußaber diese lateinischen Reime nicht mit den sogenanntenLeonischen Werfen (gereimte Hexameter und Pentame-ter) verwechseln, welche sich sehr gut vom Pabst Leo H.(682.) herschreiben können. Wahrscheinlich ist der Ver-fall des Geschmacks in der lateinischen Dichtkunst, undder Sprache selbst, so wie die Eigenheiten der neuernSprachen, die Ursach, daß der Reim so frühzeitig indie alten Sprachen übergegangen ist. In Italien erhielt sich der Reim herrschend bis 1547» obgleich Bapt.Alberti, der 1472 starb, schon versucht hatte» ita-lienische Verse in griechischen und lateinische» Splben-maaßen zu verfertigen, und später Claudia Totomei«ms Zahr 1530 ernsthaft« Versuche der Art machte.