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Erster Band.
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Ballet

Ballet. Aus den verschleimen Nachrichten von den Bal-leym der Griechen läßt sich mukhmaßen, daß sie beiihnen von zweyerlei Gattung gewesen sind; daß 'einigeals Schauspiele einer besondern A-t ausgekühlt,andere aber als Theile der dramatischen Vorstellungenauf der Bühne vorgestellt wurden. Doch war das Bal-let der alten Griechen und Römer, von dem, 'was dirneuen nachher Ballet nannten, sehr verschieden, indemjenes eben sowohl Gesticulauon, Mimik, als Tanz war.In Frankreich sollen die Balleks, die ehedem Zwischen-tanze der Bälle waren, sehr all seyn. Beyspiele von> Ballets überhaupt finden sich in Frankreich schon vomJahre^rziz rzgz rc. In Jtalirn sahe man die erstenBallets im XV. Jahrhundert. Seit der Regierung d«Catharina von Medicis, d. i. seit 15ZZ wurdenin Frankreich sehr sinnreiche und prächtige Ballets gege-ben. Auch soll man es schon im XVl. Jahrhundert ver-sucht haben, Verse zu den Ballrlen zu singen, und dieseArt des Ballets soll der Italiener BalthasarinisBeaujoyeux) ums Jahr ,577 daselbst eingeführt ha,den. Seit dem XVII. Jahrh, gewann das Ballet eineandere Form. Am Turiner Hofe wurden besonders glän-zende und schöne Ballets gegeben, deren E-siuder vrr Graf Aglio war. Unter den Deutschen verfertigtDavid Schirmer, der nachher B.bliothekac zu DttS-den, und «in Zeitgenosse von, Opiz war, uwS Jahr1650 und ivZZ zwey dergleichen. Endlich wurde beiWallet mir dem eigentlichen musikalischen Drama, odirganz mir dem Gesang verbunden, und der Tanz wind«den Worten untergeordnet. So entstand diejenige DM-ark, welche in Frankreich noch jetzt Ballet heißt. DnErfinder dieser Anwendung des Tanzes war Quinault,und das Fest deß BachuS und der Liede im Jahr