Band 
Erster Band.
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Cochenille

und andere ebräische Schriftsteller ebenfals des Loccu,gedacht haben, so muß er auch damals lies im Orientgefunden seyn. Daß die Kermes Eiche in der Levan-te, in Griechenland, Palästina, Persien und Indien noch jetzt vorkomme, und Kermes trage, ist durch neu-ere Zeugnisse hinlänglich bestätigt worden. Die wahreBeschaffenheit des Kermes haben die Alten nicht erkannt.Sie hielten ihn meistens für die eigenthümliche Fruchteines Baums, und ohnerachtet sie die daraus entstehen-den Insekten bemerkten, so war doch der damals herr-schende Glaube, als ob solche durch die Fäulung, ohneZeugung entstünden, Ursach, warum sie den wahrenUrsprung des Kermes »ich« einsehen konnten. Ehemalsgebrauchte man den Kermes bei der Purpurfärberey, umder Waare einen Grund zu geben, anstatt daß unsreFärber damit den Scharlach machen, der den alten Pur-pur gewiß weit übertrifft. Jener Gebrauch der Färbereyscheint sich durch alle Jahrhunderte erhalten zu haben.In unsren Zeiten wird der K-rmrs in Spanien undFrankreich gleich nach der Einsammlung mit Essig be-sprüht, und an der Sonne getrocknet. Aber im mitt-lern Zeitalter scheint man ihn nicht genug getrocknet, undgleich in lederne Beutel eingenähet zu haben, um dasAuskriechen der Insekten zu verhüten. Zur Zurichtungder bebrühe brauchte man egyptischen Alaun, undUrin, und solche Färbereyen scheinen wenigstens im XII.Jahrh, sckon in Deutschland gewesen zu seyn. Vermuth-lich haben unsre Vorfahren dies Farbematerial aus demsüdlichen Frankreich, oder wohl gar aus Spanien erhal-ten. Die Araber, welche mit diesem Produkte schon seitden ältesten Zeiten in Afrika bekannt waren, fanden esin Spanien , und nutzten es auch dort zur Färberey undHandlung. Eben daher scheint der arabische Name Ker-