Feinspinnerei. 12z
werden können, hat ein Ungenannter (Franzose) vor 1312erfunden. — Hermbstädt Museum. VI. gy.
Feinspinnerei. Ist in den englischen, französischen,schweizerischen und deutschen Baumwvllenmanufaeturen,seit nickt gar langer Zeit zu einem hohen Grade derVollkommenheit gestiegen. In England hat man dievstindische Baumwolle oft so fein gesponnen, daß dasGarn aus 1 Pfunde Baumwolle eine Lange von rooengt. Meilen batte. Zu Manchester wurde sogar aus1 Pfunde ein Faden gesponnen, dessen Lange 170 engt.Meilen betrug. In der Manufaktur des Delaitre undNoel zu Epine , spann man schon vor 13 Jahren auf1 Pfund einen Faden, der 24 französische Meilen langwar, jede zu 2250 geometrischen Schritten gerechnet.Barneville zu Paris spann mit seinen Maschinen ausi Pfund Baumwolle so feines Garn, daß daraus einlä Pariser Stab langes Stück Zeug gerollt werdenkonnte, das nicht mehr als 4 Unzen wog. In der In-dustrieschule zu Dresden sollen Kinder auS i PfundeBaumwolle einen Faden gesponnen haben, der 400,000Leipziger Ellen lang war. In Plauen hat man einmal«in Stück Mousselin von zo Ellen gezeigt, welchesnur zü Loth wog. — In der Feinspinnerei des Flach-ses hatten eS schon die Alten sehr weit gebracht. InWestphgwn spinnen noch heutiges Tages die Landleutedas Garn so fein, daß für 2 Thaler davon sich durch«inen Fingerring ziehen laßt. Aus Pfund Flachssollen sie bisweilen iü bis 20 Stück Garn spinnen, dasStück zu 20 Gebinden, und das Gebinde zu 60 Faden,den Faden aber zu 2j Ellen gerechnet. Ein ganzesStück von 2Z00 Ellen wog nicht mehr als Quent-chen. In Belgien und Batavia war die Feinspinnereiebenfalls schon lange zu Hause. Auf der holländischenInsel Tholen soll jetzt noch so fern gesponnen werden,