Band 
Vierter Band.
Seite
48
JPEG-Download
 

48

Schierstöcke

Schierstöcke. (Brauerey.) Haben ihren Namen vonSchier, oder Sä; ir. welches ehemals so viel alsklar oder rein bedeutete, daher auch ein« Ar« zartenGewebes, oder Kammerluchs Schiertuck hieß. IhrGebrauch muß alt seyn. In Götting-n sind sie seit demJahre 1540, da man die Eindecker Brauerey einzufüh,ren suchte, gebräuchlich. — Beckmann Technolog.188.

Schieß pulvsr. Die Zeit dessen Erfindung hat zur Zeitnoch Niemand mit Gewißheit bestimmen können. Einegemeine, aber grundlose Sage schreibt sie einem Deut»schen, Bartold Schwarz, zu, von dem man aberweder Namen, noch Stand, noch Vaterland, noch dieZeit, wann er gelebt hat, auch nur wahrscheinlich an-geben kann. In Spanien sollen die Araber schon 1249Schießpulver und Geschütz gekannt haben. Aber bei denArabern und Persern sollen beide schon weit früher imGebrauch gewesen seyn. Nach andern Nachrichten hinge-gen sollen die Perser unser Schießpulver erst im XVI.Jahrhundert durch die Portugiesen kennen gelernt haben.Das älteste Zeugniß vom Gebrauche des Schießpulversin Frankreich , ist noch zur Zeit daS vom Jahre i 3 z 8 ,wo der Kriegszahlmeister in Paris schon das Geld mitin Rechnung aufführt, was für Pulver zu Feuergewehrenausgegeben worden. (Daniel Gesch. v. Frankr. V. 267.)Im Jahre az6» brannte in Lübeck durch Vewahrlosungder Pulvermacher, dsS Rathbaus ab. Aber mit völli-ger Gewißheit weiß mau dennoch nicht, ob in Frankreich und Lüb-ck unser jetziges Schießpulver geweint sey. Zu-verlässiger scheint die Nachricht, daß 1365 wider denMarkgrafen Friedrich von Meißen, eine Donner-büchse von der Festung Einbeck gebraucht worden ist.Im Jahr« 1370 hatte Herzog Magnus von Braun-