ZOL
Verschnittene
sten Zeiten her in Egypten Verschnittene gegeben habe.Moses (5. B. Mos 23 l) will nicht haben, daßein Verschnittener in die Versammlung des Herrn kom,wen soll«. Es gab also dergleichen schon vor der Z itdieses Gesetzgebers; und wirklich soll der Vater desSefostris, —fast 200 Jahre vor Mose . —- von einemVerschnittenen ermordet seyn. Die Gewohnheit Tdrerezu verschneiden, mußte in Egypten sehr alt s-yn. Das.eine war ohne Zweifel eine Folge des andern. Da dieErfahrung lehrte, daß ein Thier nach einer solchen Ope-ration leben konnte, so machte sich die Eifersucht dieseErfahrung zu N. tze. um Argwohn und Unruhe zu ent-fernen. Die Einführung des empörenden Gebrauchs,junge Knaben um der Musik willen zu castriren,damit ihre Stimme theils verschönert, theils dauerhaftgemacht werden wöge, war leider den christlichen Jahr-hunderten, und was am merkwürdigsten ist, der Kir-che, vorbehalten; denn mitten im Gebiet der Kircheist dieser barbarische Gebrauch entstanden, und die mei-sten Castralen sind von jeher aus den Staaten des Pab-stes gekommen. Kein anderes Land in Europa hat sicheines solchen Verbrechens gegen die menschliche Nalurblos um eines Ohrenkitzels willen schuldig gemacht alsItalien . Die Zeit dieses Gebrauch« ist nicht genauzu bestimmen, auf alle Weise aber geht er über dasXVI. Jahrhundert hinaus. Socrates und Sozone«mus, zwey griechische Schriftsteller des V. Jahrhun-derts reden schon von einem Eunuch der Augusta, derVorsteher und Lehrer der Sänger war; und der H. Cy-prian er;ahlt auch schon im III. Jah-h., daß man zuRom die Pantomimen eine» ähnlichen Operation unter«Würfen habe, um den Kö per derselben recht biegsamund weich zu erhalten. Der Gebrauch dieser Operation
1