Am Hofe einer Exkönigin.
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seinen corsischen Haß gegen alle Bonaparte. Sie, sagte er, habe die Rückkehr von derInsel Elba vorbereitet, eine Lüge, die Napoleon selbst in seinen Diktaten von St. Helena gerichtet hat. Aber der König Ludwig hatte sich 1815 beeilt, St. Leu dem Herzog vonBracciano, Johann Torlonia zu verkaufen, das dieser beinahe sofort dem Prinzen Condöabtrat. Dieser Verkauf machte die Königin wehrlos, indem er die Verjährung der Aktevollständig machte, auf welche die Königin ihre Ansprüche gründete. So bleibt ihr nur nochder Titel Herzogin, und jedermann in Rom gibt ihr denselben. Aber um ihre Lage nochvollends dunkel und zweideutig zu machen, ließ sich der König zur selben Zeit Grafvon St. Leu nennen. Dieser Unterschied war rein zufällig und verschuldet durch denMangel an Verständigung zwischen den beiden Gatten. Aber er ist bezeichnend für dieVerstimmung zwischen ihnen, für welche nur zu viele Beweise auch sonst vorliegen, unddie zu betonen hier überflüssig wäre.
Bei der zweiten Lektüre hat die Königin meine Briefentwürfe gutgeheißen. Siebeklagt es seufzend, daß sie nicht die Vorsicht der Madame Msre gehabt und sich beiZeiten gegen das Unglück vorgesehen habe. Sie hätte sich lieber ohne Murren demWillen des Schicksals unterworfen und das lächerliche Beispiel der Herzogin vonAngoulöme nicht befolgt, die bei ihrer Rückkehr in die Tuilerien ihr Klavier reklamierte,das sie vor der Revolution besessen. Allein die Verlegenheit, in der sie sich befindet,bildet ihre Entschuldigung, sowie die unerhörte Unverschämtheit, mit der die Leute ihrerUmgebung sie bestohlen und betrogen haben. Sie schätzt den Betrag, um den man siebei ihrer Abreise von Paris 1815 betrogen hat, auf 600,000 Fr. Eine große AnzahlOffiziere wandten sich an sie. Sie hat die Genugtuung gehabt, das Leben des GeneralsAmeilh, eines sehr verdienten Mannes, gerettet zu haben. Derselbe war zum Tod ver-urteilt worden und hat infolge der erlittenen Verfolgungen seither den Verstand verloren.Aber das Opfer, das sie für den unglücklichen Mouton-Duvernet brachte, hat nicht denerwünschten Erfolg gehabt.
Dieser General war, wie so viele andere, zu Anfang des Jahres 1816 gefangengenommen worden. Ein italienischer Oberst, Graf von Libri, war in Lyon mit ihmeingekerkert. Er schrieb an die Königin und erschreckte sie mit dem Bericht, ein Todes-urteil sei unvermeidlich, sofern man nicht über die Mittel verfüge, die er bezeichnete.Verschiedene Personen hatten sich zusammengetan, um den Kerkermeister zu bestechen undeine Entweichung vorzubereiten; aber es fehlten 20000 Fr., die man nicht aufzutreibenwußte. Man wagte diese Summe von der Königin und dem Prinzen Eugen zu ver-langen. Der vollkommen gut geschriebene Brief war begleitet von einem andern, dervom Marquis de Lavalette unterzeichnet war und den Bittsteller als einen ehrenwerten unduninteressierten Mann empfahl. Der Name des Marquis erinnerte die Königin anjene romantische Flucht des Generals de Lavallette, deren Heldin Emilie de Beauharnais war und die wider Erwarten glückte.
Diese Erwägungen lasteten auf der Seele der Königin. Da die Sache eilte undda sie nicht hoffen konnte, mit ihrem Bruder über die Angelegenheit zu korrespondieren,nahm sie einen ihrer Diamanten im Wert von 20,000 Fr. und sandte ihn unverweiltan die angegebene Adresse. Das Siegel, mit dem sie die Schachtel verschlossen hatte,kam nach einiger Zeit durch Vermittlung eines Basier Bankiers zurück; sie konnte glauben,das Zeichen bedeute, die Angelegenheit sei auf gutem Wege und man bereite die Fluchtdes Mouton Duvernet vor.