Am Hofe einer Exkönigin.
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Verbannung sei für die Sicherheit des Landes geboten; aber daß ihr Unglück einigeErleichterung verdiene. Es scheint denn doch, der elementarste Gerechtigkeitssinn verlange,daß sie wenigstens mit den Bourbonen älterer Linie auf gleiche Stufe gestellt werden.Diese haben bei ihrem Wegzug ihren ganzen Privatbesitz mitnehmen dürfen, währendder der Bonaparte immer noch der Konfiskation unterliegt, und ein Teil desselben imKriegsbudget dazu dienen muß, die Chouans zu bezahlen. Hoffen wir, daß die Zeitdie Anstrengungen ihrer edlen Verteidiger krönen wird, indem sie ihnen die Rechtefranzösischer Bürger, das einzige Ziel ihres Streben«, zurückgibt, und daß dann dieGerichte sich nicht mehr inkompetent erklären werden, über ihr Eigentum Beschluß zufassen. Wenigstens könnte man ihnen diejenigen Güter, über welche noch nicht verfügtworden ist, wohl zurückgeben. Inzwischen finden sie einigen Trost in dem Interesse, daseine kleine Zahl erhobener Herzen wie das Ihrige, ihnen entgegenbringt. Ich bin glücklich,mich zum Sprachrohr all der huldvollen Dinge zu machen, die sie Ihnen nicht selbstsagen können."
Freitag, 15. April.
Von Ermatingen zurückgekehrt, ließ mich die Prinzeß durch Ernst rufen, mit ihrzu musizieren. Dann kam ihr Vater, unterbrach uns und befahl mir, an Frau Benezetzu schreiben, er nehme ihre Offerte in betreff Wolfsberg nicht an; er ziehe Eugensbergvor. Um 5 Uhr war ich mit ihm und seiner Tochter in einem Laden zu Gottlieben ,uiii Gimpen zu kaufen zu einer Börse, die sie ihrem Vetter machen will, und die ichihr am Abend noch anfing. Ihr Vetter hat sich den ganzen Abend artig mit ihrabgegeben.
Samstag 16. April.
Mein lieber Prinz ist sehr heiser und beteiligte sich deshalb nicht bei einemSpaziergang, den ich nach dem Frühstück mit seinem Onkel und seinem Bäschen nachMannenbach gemacht habe. Wenn sie den Sommer über hier bleiben, lassen sie dieMarchesa Azzolini von Florenz kommen. Der Prinz Iörüme war in Konstanz undbesorgte für mich noch einen Auftrag an Henriette Macaire. Die Königin zögert 1815'zu veröffentlichen. Gleichwohl glaube ich, daß sie sich dran macht.
Ich ging in den Saal hinunter, um mit der Prinzeß Musik zu machen; alleinda ich den Prinz gewahrte, der auch zu ihr wollte, hielt ich mich für überflüssig. Abendsbeim Essen erhielt der Prinz einen Brief von Herrn Visconti, der ihm berichtet, sieseien von einer Amnestie bedroht, und er werde heiraten, um vollends frei zu werden.Der Prinz hat den Abend mit seinem Bäschen im Billardzimmer zugebracht. Sie scheintsehr mit ihm beschäftigt, folgt ihm wie sein Schatten und ist doppelt artig, wenn erumwegs ist. Ich hoffe, er wird schließlich ein wenig warm werden; denn, wenn er sieheiraten soll, muß es wohl so sein.
Sonntag, 17. April.
Der Prinz leidet an seinem Katarrh. Ich weiß nicht, ob das ihn so traurig undkalt macht gegen sein Bäschen. Elise behauptet, es geschehe aus Furcht, der Herr Viscontikönnte Fräulein de Crenay ^ heiraten. Gestern nach dem Frühstück sind sie alle mit
> Gemeint sind die Memoiren der Frl Cochclct, von denen in der Einleitung die Rede war.
^ Vgl S. 59, Anmerkung 3.