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F. Schaltegger.
Herr Berryer hat zu der Großherzogin gesagt: „Der Prinz hat Aussichten. In Frank-reich ist alles möglich außer, was ist." Ich sah, was für Hoffnungen das alles ihnenerweckte, aber ohne etwas vorherzusehen .. .
Der Prinz Napoleon ' wollte nicht zu Bette gehen, obschon er fünf Tage und fünfNächte im Wagen zugebracht hatte. Er ist erstaunlich gewachsen und will den Mannspielen; er hat sogar getanzt, aber, da er sich nicht gleich im ersten Augenblick in diejungen Damen^ von Mannenbach verliebte, hatte er bei ihnen keinen Erfolg. Uns gegen?über ist er ganz artig. Andern Tags hat er sich mit uns auf die Suche nach einemTheaterstück gemacht, und nachdem er viel Zeit damit verloren hatte, solche zu lesen,nahm man die Wiederholung eines Proverbe vor, in welchem Herr Charles deSerrevilleb eine große Rolle hat, die er mit viel Gefälligkeit durchführte. Er ist einsehr guter Junge in diesen Umständen und gewinnt bei näherer Bekanntschaft.
Nachdem er einen Tag gejagt und seine Zeit fröhlich bei uns zugebracht hatte,verließ uns Herr de Girardin (der die Crenay verwünschte, die es ihm übrigens mit Zinsenzurückgaben) wieder am 29. September, nahm den zärtlichsten Abschied von uns, indemer uns sagte, wenn wir nicht bald nach Frankreich kämen, würde er uns holen mitseinem Regiment.
Donnerstagabend, 29. September.
Valerie an ihre Schwester:
. . . Wir leben so recht in den Tag hinein. Wir tun nichts und haben keineZeit, etwas zu tun, absolut nicht. Der Fürst von Montfort ist mit seinem jüngernSohne angekommen. Er hat dem ältern nach Stuttgart geschrieben, er solle ihnbesuchen, was sagen will, er sei einige Zeit da. Wir haben dem Prinzen Napoleon soforteine Rolle in einem Theaterstück gegeben. Man erwartet den Prinzen von Leuchtenbergauf Dienstag den 4. Oktober. Heute Donnerstag den 29. September hat man abendsgetanzt, und der Prinz Napoleon ist wieder bei all diesen jungen Damen in Gunst.Wir brachten unsere Tage unnütz zu mit Spazierengehen und Theaterspielen, und icherinnere mich von all diesen Tagen nur an Lärm und Bewegung. Wegen den Tascherund dem Witz des Herrn Marliani ist der Salon geteilt geblieben zwischen den Großenund den Kleinen, um nicht zu sagen zwischen den Alten unh den Jungen; ich vereinigezwei Rotten und beteilige mich bei beiden Lagern, weil ich soll und will ... Ich kommeeben von einem Gang nach Konstanz zurück. Elise und Hortense wollten vorwärtsmarschieren; ich blieb und wartete mit dem Prinzen Napoleon und Herrn Perregauxbauf Briefe. Sie nahmen mich dann in ein Wirtshaus mit. Wir waren eben damitbeschäftigt, einen Käse zu essen, als die Mannenbacher Fräulein^ unter Führung ihresBruders vorübergingen. Wir riefen sie herein, und sie kamen, unsern Käse zu versuchen,da auch sie gleich uns Briefe erwarteten. Samstag den 2. Oktober führte man unserTheaterstück auf. Die Fräulein von Serreville^ versprachen sich davon viel Vergnügen,zum Spott natürlich nach ihrer Gewohnheit; aber sie fanden nichts zu sagen noch zu
' Unter Prinz Napoleon ist immer der damals 14 jährige Sohn des Exkönigs Jsrüme zu ver-stehen, der später unter dem Namen Prinz Plon-Plon einen zweifelhaften Ruf erlangte.
^ Gemeint sind offenbar die Fräulein von Crenay, die damals niit ihrer Mutter den Luisenbergbewohnten und sich Hoffnung auf die Hand des Prinzen Louis machten. Vgl. oben S. 77.
* de Crenay.