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F. Schaltegger.
war ganz weiß, mit Perlen und weißen Blumen, auch nicht übel. Im Moment,da der Wagen abfuhr, bemerkte der Prinz, daß er einen Ring, den er von Badenmitgebracht, vergessen hatte. Er ließ ihn auf seinem Zimmer holen — es gab überdiesen Ring eine ganze Geschichte — bei den Crenay; er kam von einer schönen Eng-länderin, mit der er in Baden einen Flirt gehabt hatte.
Unterwegs begegneten wir Herrn Arese . Er verließ den Wagen, um den Prinzenmit großem Zärtlichkeitserguß zu umarmen. Etwas machte mir Vergnügen auf derFahrt. Der Prinz hatte erzählt, daß er in Thun ein reizendes Körbchen aus Holz fürmich gekauft und während des ganzen Militärkurses für mich aufbewahrt habe. Alleinim Augenblick der Rückkunft sei's ihm eingefallen, er könne mir keinen Korb bringen,ohne gleichzeitig solche seiner Mutter, der Frau Salvage und Fräulein Perrigny zuschenken, und darum habe er ihn weggegeben. Ich reichte ihm die Hand und sagte, ichnehme den guten Willen fürs Werk... Ich weiß nicht, war's die Enttäuschung, FräuleinLouise (von Crenay) nicht auf dem Ball zu haben; aber der Prinz war traurig, sorgen-voll und eingenommen; er schien geistig abwesend zu sein. Laura unterhielt sich nicht,trotzdem der kleine Perregaux ihr den Hof machte. . .
Die Herren Cottrau' und Arese hatten uns erwartet und waren zu fröhlichenTorheiten aufgelegt. Bald war mein schöner Arm, bald meine schöne Hand Gegenstandihrer Artigkeiten. Wir hatten erwartet, zu abend zu essen, aber die Rechnung ohneden Wirt gemacht; man hatte uns vergessen, und wir mußten unsern Hunger mit Brotund Käse stillen und lachten wie Kinder dazu. Der Prinz wollte uns nicht gehen lassenund hielt mich an der Hand zurück. Auch Herr Arese behauptet mit Herrn Buchon,ich gleiche der Dianastatue im Louvre. . .
Sonntag den 23. speisten die Crenay auf die Einladung des Prinzen mit uns.Er nahm nicht sehr Anteil an dieser Zusammenkunft, die er veranlaßt hatte; er schauteLouise nicht einmal an, aß und sprach wenig und hatte eine ernste und benommene Miene,die mich für seine Gesundheit fürchten ließ.
Montag den 24. begann der Verkauf von Wolfsberg . Die Königin ging diesesW ^ paradiesisch gelegene Landgut zu besichtigen, da sie es kaufen wollte. Sie hatte mich deshalbbeauftragt, Herrn Macaire einige Rententitel zum Verkauf anzutragen. Der Prinz solltemit ihr gehen, schlug aber ab. . .
Andern Tags, Dienstag den 25. Oktober, verreiste der Prinz nach Hechingen zurJagd. In der Abendgesellschaft fragte er mich, ob ich ihm nicht ein paar Worte fürFanny mitgeben wollte... Ich schrieb ein Briefchen und ließ es ins Vorzimmer legen,damit er's am andern Morgen finde. . . Herr Arese hat den Prinzen bis Schaffhausen begleitet. Bei der Rückkehr richtete er die Grüße des Prinzen an die Damen aus,indem er sagte, er würde am Montag zurückkommen und sie nochmals sehen. . .
Ich weiß nicht mehr, wie diese Woche vorüberging. Eines Tages sprachen HerrArese und ich von Gottlieben , dem Fürsten von Montfort, vom Stand ihrer Angelegen-heiten, ihren Schulden und der Heirat des Prinzen mit der Prinzeß Mathilde, von derHerr Arese sich das entzückendste Bild macht nach dem, was ihm der Prinz von ihrerzählt hat, und er hat sehr recht, wenn er sagt, die Hauptsache sei, daß diese Heiratden Wünschen des Prinzen entspreche.
> Kunstmaler, wie Herr Arese häufiger Gast auf Arenenberg , von dessen Hand das Napoleons-museum mehrere Gemälde enthält. Das Bild des Prinzen (Seite 6S) ist yon ihm gemalt.