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F. Schalteggee.
zu Gunsten der Verschwörer. Nach zwei Stunden war alles vorbei und die Stadt ganzruhig. Man ist allgemein erstaunt und jedermann fragt sich auf der Gasse, was dasdenn für ein junger Mensch sei. Wo er denn hergekommen und was er eigentlich gewollthabe. Man sagte: er sei ein Sohn Luciens oder Jsromes. Der General hat sehr vielFestigkeit und Geistesgegenwart gezeigt, während weder der Prinz noch der Oberst Probendavon gaben. Man möchte die Achsel zucken. Man behauptet, seine Mutter sei eineIntrigantin und habe ihn hineingeritten. Ich kann es nicht glauben . . . ihr letztes Kind!
Nachdem ich dir heute morgen einige Zeilen geschrieben, lief ich zum General, daich glaubte, es komme zum Kampf . . . aber alles war schon vorbei ... der Prinz fest-genommen, der General Voirol zu Pferde bei den Truppen und mein Mann in derZitadelle. Der Prinz, Herr Parquin und der Oberst Vaudrey an der Spitze von einpaar hundert Mann hatten mit einem kaiserlichen Adler voraus die Stadt durchlaufen,den Präfekten festnehmen, den General Lalande und den Obersten Lebonl konsignierenlassen und waren dann zum General Voirol gegangen, um sich seiner Person zu be-mächtigen. Drei Artillerieoffizieren gelang es, ihn aus seiner Amtswohnung herauszu-locken. Herr Vaudrey ist mit dem Prinzen, Parguin und seinen Truppen nach derFinkmattkaserne geeilt, um das 46. Linienregiment aufzuwiegeln, das aber nicht mitmachte.Da wurden sie umringt und festgenommen! Bald darauf ist der General dazugekommenund hat sie ins Gefängnis abführen lassen, hat die Garnison inspiziert und alles ist zurOrdnung zurückgekehrt. — Jedermann begreift unsern Kummer und die schiefe Lage, inder sich Aims befindet. Der General Voirol hat ihn aus Kriegsministerium abgesandt.Ich gäb mein ganzes Vermögen drum, wenn die unglückselige Geschichte von heutemorgen nicht passiert und Aimö nicht hier in Straßburg Adjutant des Generallientenantsgewesen wäre.
Tagebuch der Valörie (Fortsetzung).
Freitag, 4. November, einmal in Sicherheit in meiner Herberge zu Kehl habe ichmich hier häuslich eingerichtet; ich habe viel geschrieben und konnte nach so vielen leiblichenund inneren Leiden nicht schlafen. Den Abend zuvor hatte ich der Königin geschrieben,um ihr meine Rückkehr nach Kehl zu melden. Dazu die mit Nummer 5, 6 und 7 ver-sehenen hier beiliegenden Blätter, die ich bereit machte, um sie mit der Post, die morgenabgebt, zu senden.
Kehl , Freitag, 4. November 1836, 2 Ithr.
(Nr. 5.) Endlich kann ich Ihnen verständlicher schreiben, und das wird mir einiger-maßen die Langeweile meines hiesigen Aufenthalts vertreiben. Ich habe Ihnen meineAnkunft in Straßburg bei Sabine gemeldet, die von allen unsern hiesigen Bekanntendiejenige war, bei der ich am meisten Sicherheit und Hingebung finden konnte. Sieist besser als ich mit dem Arzt (General) bekannt und dies hat über meine Wahl ent-schieden. Kaum ausgestiegen, eilte ich mit ihr zu ihm; er war umgeben, mit Konsultationenbeschäftigt, und das Warten erschien mir unerträglich. Er war noch im Bett, und wohloder übel begaben wir uns an sein Bett. Ich fand ihn erbittert darüber, daß man,nachdem man ihn brieflich und dann noch persönlich um Rat gefragt, nachdem er vordrei Monaten seine Meinung frank und frei ausgesprochen, man doch seinen Ratschlägen