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F. Schaltegger.
verdoppelt. Die von Compisgne zurückgekehrten Regimenter wetteifern mit einander. Seitgestern sind die Gefangene» in strengster Einzelhaft, selbst der Prinz, den man von seinemKammerdiener getrennt hat. Man weiß nicht, geschieht das wegen dem Generalanwaltund dem Verhör, oder weil man entdeckt hat, daß die Soldaten dieses unglücklichenvierten Artillerieregiments das Gefängnis in Brand stecken wollten, um dem Prinzenzur Flucht zu verhelfen, über den es nur eine Stimme gibt und dem man ungeteiltesMitgefühl entgegenbringt. Er gewinnt aller Herzen durch seine Güte, seine Ruhe, seinenEdelmut, seine Würde im Unglück. Die Proklamationen, die er erlassen hat und diebeschlagnahmt wurden, sollen ganz vortrefflich sein. . . .
Freitag, 4. Nov., 6 Uhr abends.
(Nr. 7). Der Zufall will es, daß der vom Prinzen gewählte Unterhändler einalter Diener Jennys ist. . . Sie nimmt ihn sehr gut auf und hätschelt ihn, um überalles, was im Gefängnis passiert, unterrichtet zu werden. Er kommt mehrmals desTages, um ihr zu berichten, er (der Prinz) habe gut geschlafen, esse mit gutem Appetit, seigut bedient, sei ruhig und heiter und stets wohl ausgelegt, schreibe viel, besonders an seineMutter. Jenny hat eine Liste von allen Tagesblättern gesehen, die er verlangte und die manihm geschickt hat. Auch eine Menge Bücher hat er kommen lassen. Seit er in Einzelhaftist, öffnet der Oberstlieutenant die Zeitungen und untersucht die Bücher, ob nicht einBrieflein drin stecke. Die jungen Gricourt und v. Querelles, die zugleich mit demPrinzen gefangen gesetzt wurden, haben in ihrem Verhör viel Edelmut und Ruhebewiesen. Auf die Frage nach ihrem Beruf haben sie geantwortet: „Ordonnanzoffizieredes Prinzen Napoleon Louis Bonaparte ." Die Antworten des Prinzen sind ganz seinerwürdig. Auf die Frage nach seinem Wohnort hat er geantwortet: „In Verbannung."Man sagt, die Korrespondenz Vaudrey, die bei Fr. Gordon * aufgefangen worden ist,entlaste ihn vollkommen. Unter andern Sachen, die man berichtete, wiederholt mansich diese: er habe in Frankreich weder einen Bürgerkrieg entfesseln, noch die Brand-fackel der Zwietracht in sein Vaterland werfen wollen. Herr Vaudrey soll beim Eintrittins Gefängnis ausgerufen haben: „Ach, man hat uns verlassen; aber wartet nur, wirwerden uns rächen und alle angeben!" In der Tat haben er und Fr. Gordon vielebloßgestellt und zu vielen Verhaftungen Anlaß gegeben.
Man kann sich die schnelle Entdeckung der Reisebegleiterin des Kochs nur durchdie Albernheit erklären, mit der er sie im Postbuch stets mit vollem Rainen eingeschriebenhat. Man hat ihr den Rat gegeben, sofort zu verreisen; sie sei zu bekannt hier, undman werde sie einstecken, wenn diese Warnung sie nicht rechzeitig genug, um sie zubefolgen, erreichen würde; sie müsse sagen, sie habe sich mit ihrem Schwager über-warfen; er sei wütend, daß er ihretwegen bloßgestellt; sie müsse auch aussagen, siehabe sich mit einer andern Dame (der Königin) überwarfen, die ihr zürne, weil sieeiner Familie angehöre, die mit ihren Anschlägen nichts zu tun haben wolle, und daßsie, von der einen verschmäht und von der andern zurückgewiesen, sich nicht mehr zuhelfen wisse. Mir scheint, wenn der Oberst wirklich gesagt hat, was man von ihmbehauptet, ist es ihre Pflicht, sich festnehmen und ihm gegenüberstellen zu lassen, umeine verleumderische Beschuldigung zu widerlegen, welche die andern nicht minder als
' Fr. Gordon, in deren Haus die Verschworenen ihre Zusammenkünfte gehabt.