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F. Schaltegger,
Herr Bendoni teilte freigiebig Geld unter sie aus, dessen sie bedurften. Er ver-fügte glücklicherweise über eine beträchtliche Summe, welche die Königin zum Ankaufeines ihrer Domäne von Mont-Sanvito benachbarten Landgutes bestimmt hatte und nunstatt dessen ganz zugunsten dieser Unglücklichen ausgeworfen haben wird. Die nachdem Kirchenstaat geflüchteten Modenesen erhielten jeder einen Piaster' von ihr und gingenzu Fuß über die Berge, um Livorno zu erreichen. Herr Zappi kam ihr zwei Brüderzu empfehlen, Edelleute aus sehr gutem Hause, die, weil ihnen beiden das Geld fehlte,um sich einzuschiffen, sich stritten, wer unter ihnen dableiben müsse. Sie hat ihnen100 Piaster geben lassen, wofür sie ihr die rührendsten Dankbezeugungen ausdrückenließen. Herr Pepoli hat von ihr die nämliche Unterstützung erhalten. Herr Roccaserraendlich, versehen mit einem Reisegeld von 200 Piastern, konnte dank seinem französischenPaß ein Schiff besteigen, das nach Marseille zurückfuhr. Der Prinz wollte ihn bei sichbehalten zum Andenken an Napoleon und dachte dadurch den letzten Wünschen seinesverstorbenen Bruders entgegenzukommen. Aber da diese letzten Wünsche uns nur durchden Mund des Roccaserra selbst bekannt wurden, so konnte man mit einiger Freiheitdavon Gebrauch machen. Die Königin hat mit Recht bemerkt, wenn man alle anBonaparte anhänglichen Korsen unterhalten müßte, so würden ihre Mittel hiezu nichtreichen. Roccaserra ist daher abgereist mit einer Abschrift des Lebenslaufes ihres Sohnes,den sie geschrieben. Er wird ihn in Korsika drucken lassen und wir in Frankreich .
Alle diese Beratungen, Abschiede und Geschenke hatten den ganzen Tag des 26. aus-gefüllt. Der Wortlaut der Kapitulation, unterzeichnet durch den Kardinal Benvenuti imNamen des Papstes und durch vier Delegierte im Namen der provisorischen Regierungwurde am Abend verbreitet. In der darauf folgenden Nacht ersetzte die päpstlicheFahne überall die Trikolore der Freiheit. Wir sahen sie am Morgen auf den Hafen-gebäuden flattern. Man hatte diesen Wechsel still vollzogen, um Steitigkeiten zuvermeiden, die überall bereit sind, auszubrechen, und um die Feuerköpfe der Romagnolenvor der vollendeten Tatsache sich abkühlen zu lassen. Die Wortgefechte nahmen gleichwohlunter unsern Fenstern ihren Ansang; es waren mittellose Insurgenten, denen man dieÜberfahrt abschlug und die sich dafür rächten, indem sie die Schiffspatrone beschimpften,nachdem sie vergeblich versucht hatten, ihr Herz zu erweichen. Andere schuldigten Armandian und schrien über Verrat; andere kamen ans Land zurück, um Pässe zu erlangen undliefen von neuem zu den Konsuln, damit diese sich für sie verwenden. Der englischeunterschrieb reichlich. Der französische rechtfertigte durch seine ängstliche Haltung dieVorwürfe, die seiner Regierung von allen Seiten gemacht wurden.
Zucchi kam gestern an, am 28., und schiffte sich sogleich mit 60 Modenesen ein,die ihn begleitet hatten. Das Schiff, das ihn trug, blieb den ganzen Abend liegen, aufseinen Ankern sich hin und her drehend, in Erwartung eines günstigen Windes. Heutemorgen endlich, als ich mit Besorgnis meine Fenster öffnete, sah ich, daß es über Nachtverschwunden war. Gott sei gelobt! So sind denn diese armen Leute außer Gefahr.
Karsamstag 2. April.
So leicht ihr Sieg gewesen, zeigten sich die Östereicher als Triumphatoren mitPalmen an den Tschakos. Am Dienstag morgen nahmen sie Besitz von Ancona . DieFouriere kehrten das Unterste zu oberst in den Häusern, wo sie Quartiere vorbereiteten.
' Wahrscheinlich sind auch hier Goldmünze» Pistolen zu verstehen.