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F. Schaltegger.
in unsere Zimmer zu führen. Sie sind nahe beieinander und münden alle aufeinen Gang, der einen ziemlich düstern innern Hof umgibt. Zweimal dieLänge des Kreuzganges macht eine Viertelmeile aus und, da etwa hundertOefen überall während des ganzen Winters eine gleichmäßige Wärme ver-breiten, kostet die Beheizung von Wooburn allein jährlich ca. 50 000 Franken.
Die Gärten und Blumenbeete sind in englischer Manier gehalten, d. h. inVollkommenheit. Als wir sie einholten, spazierte die Herzogin mit den HerrenFox und Hamilton, den einzigen Personen, die sie mit uns eingeladen hatte.Ihre Lebhaftigkeit, ihre Fröhlichkeit und ihr Geist sind bezaubernd. Mit neun-undvierzig Jahren, nachdem sie zehn Kindern das Leben gegeben, besitzt sienoch die volle Frische der Jugend. Sie schreibt diese Vorzüge ihrer gesundenNatur und den kalten Bädern zu, die sie Sommer und Winter jeden Morgennimmt.
Früher Diplomat, dann Sekretär des Königs, hat sich Herr Hamiltonjetzt von den Geschäften zurückgezogen, ist aber immer noch bei Hofe zuge-lassen, wo er jedermann kennt und alles weiß, was vorgeht. Besonders engbefreundet ist er mit dem Prinzen von Orattien,^ den er letzten Winter oftabends in Gesellschaft, nachts auf dem Ball und beim Souper und morgensbei Lady Dudley gesehen hat. Neulich war er Zeuge, als der Prinz Leopoldund der Prinz von Oranien bei Hofe einander begegneten. Dieser hat sicherfolglos um die Hand der englischen Prinzeß Charlotte beworben, ehe er dierussische Großfürstin Anna Paulowna ehelichte.
Seine Zusammenkunft mit seinem Nebenbuhler war so herzlich als mög-lich. Er meinte, es wäre seltsam, wenn Leopold, nachdem er ihm seine Frau vorder Nase weggenommen habe, ihm auch noch sein Königreich nehmen würde.Seither hat sich auch dieser zweite Teil seines Geschicks erfüllt, ohne daß dasdie freundschaftlichen Beziehungen der beiden Prinzen zueinander getrübt hätte.
Nach einem Besuch bei den Volieren, die nach Kreisradien für die ver-schiedenen Vogelarten eingerichtet sind, gingen wir zum Meierhof zurück, einemwahren Schmuckkästchen, ungefähr so, wie man sich Klein Trianon der MarieAntoinette vorstellen kann. Von da führt trotz der großen Entfernung einegedeckte Gallerte ins Schloß zurück. Sie dient im Winter als Wandelbahn und hatweiter oben ein Pendant mit Glasbedachung, das mit Blumentöpfen gefüllt ist.
Als ich am andern Morgen, nachdem ich Toilette gemacht, die Königin auf-suchen wollte, verirrte ich mich im Hause, da dieselbe ebenfalls auf gut Glückin den Gemächern umherirrte. Der Bibliothekar erwartete uns, um uns dasMuseum zu zeigen, ein elegantes, weitläufiges Gebäude, das eigens für dieKunstgegenstände, die es enthält, erbaut worden ist. In einer Rotunde nebenanmit Oberlicht, hat man die Gruppe der drei Grazien von Canova unterge-bracht. Eine Büste des Kaisers hat die Bewunderung der Königin erregt,als eine der schönsten und sprechendsten, die es überhaupt gibt.
Der Nachmittag wurde gänzlich einem Besuch der Gewächshäuser, Gärtenund Dependanzen gewidmet. Ein prächtiges Wäldchen von hundertjährigen
'Kronprinz der Niederlande , von 1840 — 49 König Wilhelm II.