Die Ortschaften bestehen aus rotbedachten Häuschen inverschiedenen Stellungen. Kirchen und Schlösser sind im Aufrißgezeichnet. Das stehende Wasser ist grün umrandet, dieWaldzeichnung deutlich. Die Reben sind ähnlich wie beiGyger.
Im Hörnligebiet sind die einzelnen Höfe um Schürten nichtmehr namenlos, wie auf der Karte von 1717, und mehrereOrtschaften wurden ergänzt: Gentenegg, Alle Winden, Kalten-brunn, Neuhaus usw. Bei Wängi ist der Mörischwanger Weiherverschwunden, bei Rickenbaeh das Freigericht zur Thurlindeeingetragen.
Um Weinfelden sind neu: Eierlen, Wolfhaus, Unterthurenund Schachen. Bei Dießenhofen mündet der Geißlibach amrichtigen Orte. Die Kundeifinger Quelle und „ Weilenstorf“ sindeingetragen, letzteres allerdings nicht am rechten Platze.
Die großen Fehler von 1717 sind geblieben, so beispiels-weise bei Steckborn, bei Romanshorn, am Rodenberg ; mehrerekleinere sind auch neu hinzugekommen; z. B. w r erden nicht nurEntenschieß und Langmühle verwechselt, sondern auch Münch-und Fahrhof; Iltishausen ist nördlich Ettenhausen eiugetragenstatt am Haselberg.
Die Karte von 1720 bedeutet einen wesentlichen Fort-schritt gegenüber der von 1717, nicht in der Anlage, wohlaber in der feinem Ausführung und dem großem Reichtuman Einzelheiten. Sie zeigt keine Einteilung in Quadrate ; dieverwendeten Farben sind nicht grell, die einzelnen Gebietedurch Grenzkolorit getrennt.
Da im Thurgau bis 1789 keine Kopien dieser Kartegemacht wurden, ist anzunehmen, daß sie nach ihrer Ent-stehung sofort nach Zürich kam und dort aufbewahrt wurde,während das Original von 1717 im Thurgau blieb; die bessereErhaltung in Papier, Schrift und Farben gibt auch der Ver-mutung Berechtigung, daß diese Karte trotz der Jahrzahl 1720später, vielleicht 50 Jahre nachher, entstanden ist.
Von dieser Karte 17 20 waren mir drei Kopien zugänglich.
1) Die Kopie von Emanucl Werdmüller 1777, 160/92 cm,gefaltet aufgezogen, im Besitze der Stadtbibliothek Zürich ,ist die schönst ausgeführte der mir bekannt gewordenenNötzli-Karten. Das Fluß- und Grenznetz kann fast überallmit demjenigen des ^ orbildes zur Deckung gebracht werden.