Die Ausführung selber aber ist selbständig, feiner, lebhafterund farbenfroher. Der See hat hellgrüne, abgetönte Umrandung;dieselbe Farbe zeigen die Weiher. Flüsse und Bäche sindhimmelblau, die letztem bis gegen die Quellen hinauf doppeltkonturiert. Der Wald wird durch dunkelgrün schattierte Kegelauf braunem, mit Grün durchsetztem Boden bezeichnet; dasRebland durch Querreihen von aufrechten, gleicharmigenKreuzlein auf grünem Grunde, abgeteilt durch hellgrüneStriche; die Feldflur durch blaßbraune, parallele Weitschraf-fierung. Westlich der Linie Wagenhausen -Ueßlingen sind der-selben noch vereinzelte grüne, rundkronige Bäume eingesetzt.Berghalden sind durch braune, faserige Schratten dargestellt;die Häuser durch Quadrate mit rotem Dachstrich; die Kirchenmit der charakteristischen Turmform. Die Landesgrenze trittmit großen roten Punkten deutlich hervor; hingegen sind dieScheiden der einzelnen Gerichtsbezirke nicht aufdringlich, sodaß sie das übrige einheitliche Kartenbild wenig stören. DieFeinheit der Ausführung steigert sich von Osten nach Westenund ist am schönsten auf dem Karton von Rheinau.
.„ 2) Kopie von J. M. Daenicker 1789. Thurgauische Kantons-bibliothek (Fig. 7 u. 25).
Joh. Martin Daenicker (1766 —1820), der sich schon alsJüngling durch seine mathematischen Kenntnisse und seinGeschick für das Planzeichnen bemerklicli machte und darumins Geniekorps aufgenommen wurde, war von Beruf Glaser(Meyer, S. 74). Die Karte ist in fast allen Punkten mit demOriginal zur Deckung zu bringen, darf also als Pause des-selben aufgefaßt werden. Sie ist in Quadrate von 89 mmSeite eingeteilt, noch sehr gut erhalten und in der Ausführungder Karte von „1720“ ebenbürtig.
3) Die General Charte des Kantons Thurgau nach der gegen-wärtigen Einteilung in Distrikte, Kreise und Munizipalitäten.■T. Hdckli fecit 1810. Delineavit J. Nötzli 1720. ThurgauischeKantonsbibliothek.
Sie erweist sich als eine genaue Kopie, doch nicht alsPause der Daeuickerkarte, mit allen Vorzügen und Fehlern,besitzt aber die moderne Gebietseinteilung und das Netz derdamaligen Kunststraßen. Außerdem sind mit Bleistift neuereStraßen eingetragen und sogar die beiden ersten thurgauischenEisenbahnen, N. 0. B. und V. S. B., so daß sich der Schluß