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Dr. Adolf Wartenweiler, Romanshorn : : ein Lebensbild, nach eigenen Aufzeichnungen
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ausgestorben; denn die Iungmannschaft war mit Pferdund Pflug und Egge schon längst ausgezogen zu fröh-licher Arbeit. Und da stand ich armes Bübchen mit derSchiefertafel unter dem Arm und sollte hinein in dieenge, dumpfe Schulstube. Und draußen war es doch soschön, die Bögel sangen so verlockend, die Katze, meinLiebling, sonnte ihren scheckigen Pelz an der Ecke desHolzschopfs und schien mich mit den halbgeschlossenenAugen höhnisch anzublinzeln. Da warf ich die Tafelauf die Seite, hüpfte über Stock und Stein und Grabenund pflückte gelber Ringelblumen und Vergißmeinnicht,der schönen blauen, die Menge. Vergessen waren Vaterund Mutter und Lehrer und Haselstock. Da, horch,ertönen vom nahen Kirchturm die sieben Schläge zumBeginn der Schule. Jetzt ein heftiger Kampf in dererschrockenen Kinderbrust. Dort Pflicht und Gewissen,da Sommerfreude und Sommerlust. Ja, das Gewissenhämmerte gewaltig, und das Herzchen pochte zum Zer-springen. Nur schnell dort hinter jenen Zaun, bis dieSchule begonnen hat! Der liebe Gott hat doch gewißdiesen schönen Morgen auch für dich gemacht. Aber dasHerzchen hämmerte immer zu, und ich wäre nicht imentferntesten erstaunt gewesen, wenn gleich auch die Glockeherangewandelt gekommen wäre, mich in Person in dieSchule zu holen. Jetzt mußte aber der Unterricht un-fehlbar begonnen haben und das Namensverzeichnisverlesen sein. Da wagte ich mich hervor aus meinemVersteck und schlenderte herum, harmlos, als ob ich keinWässerlein getrübt hätte. Da entdeckte mich das scharfeAuge der Mutter, und dieses Auge las auf dem Grunde