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Dr. Adolf Wartenweiler, Romanshorn : : ein Lebensbild, nach eigenen Aufzeichnungen
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ich mir eine kleine Tour ins Oberland. Ein Freund,der mitkommen wollte, hatte sich verschlafen, so unter-nahm ich die Wanderung allein. Ich habe dieses Alleiu-reisen später noch oftmals praktiziert und immer mitgrößtem Genuß. Don Interlaken ging's nach beschei-denem Frühstück nach Lauterbrunnen , zu Fuß natürlich.Immer wilder wurde die Gegend, immer größer auchder Genuß. Dom Staubbache fiel mir die Trennungschwer. Im Hotel Staubbach gab's ein kleines Mittag-essen; der Billigkeit halber, wie ich meinte, wurde eineFlasche Bier statt Wein bestellt. Da das Getränk aus-gezeichnet, das Wetter sehr heiß war, folgte eine zweiteFlasche. Wie erstaunte ich aber (wie doch solche Kleinig-keiten oft im Gedächtnisse hasten bleiben!), als die zweiFlaschen Bier mit nicht weniger als vier Franken be-rechnet wurden! Es war Ale, ein teures, englisches Biergewesen. Beim Aufstieg nach der Wengernalp war daskleine Intermezzo bald vergessen. Die Natur übernahmes, mich für die erlittene Unbill hundertfach zu ent-schädigen. Der Sonnenuntergang aus der Wengernalp,im Angesichts der Alpenriesen, alle überragt von dermajestätischen Jungfrau, in der Pracht des Alpenglühens,wer wollte das beschreiben? Im Gasthose sehe ich michkühn zu Engländern und Franzosen ; das Nachtessenwar aber auch nicht im Billigmagazin gekauft. AmMorgen ging's früh aus den Federn. War doch derTag entzückend schön. Mit nüchternem Magen wanderteich hinunter nach Grindelwald , dann zum gleichnamigenGletscher, immer und immer wieder angebettelt und an-gesungen von schmutzigen Buben und Mädchen. In einer