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„Jawohl, das hast du alles auch einmal gewußt." Sowar alles noch einmal durchzunehmen. Als mir im Lehr-buche der Chirurgie das Kapitel „Hirnerschütterung"vorkam, überlief es mich siedend heiß, als da stand,daß die Sache, wenn man auch ganz hergestellt sei,immer noch verdächtig bleibe. Es können im Schädel,namentlich an der Basis, kleine Fissuren entstehen undsich später ein Abszeß entwickeln; ja, es sei ein Fallbekannt, wo solches sieben Jahre nach der erlittenenVerletzung noch passiert sei. Das grub sich tief in mein »Gedächtnis ein, und erst als sieben Jahre bei vollstän-digem Wohlbefinden verflossen waren, fühlte ich michvollkommen frei.
Dann kam das Staatsexamen. Die schriftlichen Ar-beiten gingen gut, ebenso, das Praktikum; beim münd-lichen aber waren die Anforderungen doch noch etwas zustark an mein vielleicht noch nicht ganz normales Gehirn.Kurz, ich hatte das Vergnügen, in zwei Fächern eine Nach-prüfung bestehen zu dürfen. Diese Zwischenzeit wußteich nirgends besser zuzubringen als im Spital Münster-lingen, wo ich unter der so trefflichen, freundschaftlichenLeitung von Herrn Dr. Kappeler noch diese und jeneLücke auszufüllen Gelegenheit hatte. Endlich war auchdas letzte Examen bestanden; mit dem Patent in derTasche konnte ich, wie ein alter Praktiker sich drastischausdrückte, „auf das Publikum losgelassen werden."
Don Herrn Or. Henne, damals Irrenarzt in Münster -lingen, hatte ich die Privatapotheke gekauft; Bruder Fritzhatte dieselbe mit meinen wenigen Effekten abgeholt, undnun harrte ich der Dinge, die da kommen sollten.