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„Bellagio . Ein reizenderer Punkt dürfte nicht leichtzu finden sein. Die Villa Melzi mit ihren Kunstschätzenließ ich, wo sie war. Für Kunstgenüsse weniger empfäng-lich, hielt ich mich wie bisher an die Mutter Natur.Ein prächtiger, wohlgepflegter Fußweg führt zur VillaSerbelloni. Beim prächtigsten Abendsonnenschein, dasTagesgestirn schien noch fast etwas zu heiß, wurden dieBosquets alle besucht, die Grotten, die Tunnels durch-wandert; bei jeder Wendung des Weges ein neuer,wenn möglich noch prächtigerer Ausblick auf Land undSee. Die Aussicht von der Villa Pallavicini bei Genua aufs Meer ist gewiß auch sehr schön, aber die von derVilla Serbelloni finde ich, wie soll ich sagen, wechselnder,lebendiger, dankbarer. Einer dieser Tunnels bildet einenstumpfen Winkel. Stellt man sich nun nach Weisung desFührers an die Spitze dieses Winkels, so erblickt mandurch den einen Eingang des Tunnels Varenna amLago di Lecco , durch den andern die Villa Earlottaam Comersee. Ganz überwältigt von der Macht dieserSzenerie steigt man hinunter zum See. Dämmerung,italienisches Dämmerlicht lagert über Land und Wasser, eszeigen sich zahllose Sterne; selbst Luna sendet ihr frostigesLicht herunter, die ohnehin zauberhaften Ufer magisch be-leuchtend. Und nun tritt noch die Technik in ihre Rechte.Wie ein riesiger Glühkäfer anzusehen, dampft das Fahr-zeug mit seinem elektrischen Licht hinunter und fährtendlich in den taghell erleuchteten Hafen von Como ."
Lugano war das nächste Ziel; nach kurzem Auf-enthalt wurde dann der Weg über den St. Gotthardunter die Füße genommen.