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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
Entstehung
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und der darauf folgende Paroxismus schien viel gelin--er zu seyn: er fuhr daher so lange fort iie während denRemißionen zu gebrauchen / bis nun das Fieber gänz-lich bezwängen war. Aber von dieser Zeit am schwizter jezt nach zu sich genommenen Speisen, und wäh-rend dem Schlaf/ am ganzen Leib: weder der Appe-tit noch die Dauung sind so beschaffen/ wie sie zurGesundheit erfoderlich sind: am Morgen wirft er un-ter Reitzungen zum Erbreche»/ eine Menge hellenSchleims dureh's rauspern aus/ und verspührt zu-weilen Colikschmerzen, die mit Verstopfung des Stul-gangs begleitet sind. Die Goldader-Gefässe sind zwargeichwolicn / fliesten aber nicht / und gegen das Enddes Sommers / oder Anfangs des Herbsts 1766. ver-loren sich auch diese/ wurden aber von einem Schwin-del abgelöst / gegen welchen man / ausser einigen äus-serlich anf den Kopf applicierten Mitteln/ weiternichts gebrauchte.

Zu Anfang des vorigen Jahrs/ bekam der Kran-ke nach einigen leichten Kolikschmerzen eine Lähmungder Zunge/ die er aber/ da sie nach einer Viertel-stund wieder von sich selbst vergieng / nicht achtete.Aber fünf Tage hernach erfuhr der Kranke / was die-ser Vorbotte zu bedeuten gehabt / indem Morgensfrüh ein Schlagfluß ihn darnieder legte/ der zwarnur eine kleine Stund dauerte/ so daß er darauf wie-der den freyen Gebrauch seiner Sinne erhielt/ auchalle Bewegungen machen konnte/ nur daß ihm dielinke Seite ein wenig schwer blieb. Jetzt fieng derKranke an/ sich zu fürchten/ und begehrte Hüls/ dieman ihm dadurch leistete/ daß man so viel es dieKräfte zuliessen die Säfte von dem Kopf abzuleiten/lind die geschwächten Nerven der linken Seite zu be-leben