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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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61
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schiedenheit in den feste» und Eigen Theilen verschie-dener Menschen herrschet. Dmf man da nicht an-nehmen/ daß nach der Verschiedenheit der Ordnungnach welcher die Lebensverrichtungen von statten ge-hen/ nach welcher selbst die thierischen Verrichtungenbestimmt werden / auch die Krankheitsursache bey ver-schiedenen Subjecten eine verschiedene Rolle spielenkönne? Diese Verschiedenheit der Constitutionen machtes begreiflich / warum diese krampfartige Krankheiteher und heftiger junge Personen und Weiber (S. dieerste Krankengeschichte) als aber altere und Männerangegriffen habe.

Aus dieser Geschichte der Krankheit erhellet/ daßdie Verrichtungen der Nerven und Muskeln zuerstdarunter leiden. Die nächste Ursach derselben mußalso in einem besondern Gift liegen/ welches die Be-wegung des Nervensafts unordentlich macht. Horstdrückt fich hierüber noch kürzer aus/ indem er sagt,die nächste Ursach der Krankheit/ liege in einem Feh-ler der die Nerven bewegenden Kraft. Nun find aberdie Meynungen der Autoren darüber sehr getheilt,was das auch eigentlich seye, welches die sonst demfreyen Willen des Menschen unterworfenen Muskeln,durch seinen Reiß so schmerzhaft verdrehe?

Schon Hippocrates hat angemerkt, daß diemeisten unserer Krankheiten theils von unserer Diät,theils von dem Dunst, von der Luft welche wir em-athmen, entstehen; und daß insbesondere die uns zumLeben so unentbehrliche Luft als eine der häufigstenUrsachen der Volkskrankheiten müsse angesehen werden.Es gab daher auch viele, welche die Ursache der voruns habenden Krankheit lieber von der besondern Be-schaffenheit der Luft und der Witterung, als von an-dern