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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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140
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man den angegriffenen Theil nur ganz leicht anrührte,oder selbigen äusserst gelind reihte, so entstanden also-bald so heftige Schmerzen, daß man nur nicht einmaldaran denken dorste, selbige auch nur obenhin mildemRadiermesser oder der Zange zu berühren. Hr. Caretsah steh daher gezwungen / diese unglückliche ihremSchicksal zu überlassen/ und von der Natur dasjenigeabzuwarten / was er durch die Kunst nicht hatte erhal-ten können. Auch verwuchsen die mit dem Trepan ge-machten Löcher bald wieder / und wurden auf ihrerOberfläche mit ganz natürlichem Fleisch bedeckt / daindessen der schwammichte Beinfraß lange Zeit in demgleichen Zustand blieb. Endlich schien die angefresseneStelle nach und nach mit einer Haut bedeckt zu wer-den: aber so wie die Wunde kleiner ward, so wurdenauch die Kopfschmerzen, von welchen fie nun einigeMonate durch gänzlich befreyt war, wieder heftiger.Ich weiß nicht wie es dieftm Weib weiters ergangenist, das aber kann ich heilig versichern, daß ich meh-rere male ohne wissen der Kranken, den entblößtenKnochen mit einer Sonde berührt, und daß ste alle-mal, auch von dem gelindesten berühren, die heftigstenSchmerzen bekommen.

Ich hoffe es werde dieser Fall jedermann gänzlichüberzeugt haben, daß wenn die Knochen durch einenKrankheitszustand weich werden, fie auch zugleich em-pfindlich werden. Da aber die Substanz der Knochenverschiedenen Veränderungen unterworfen ist, so frägtes steh, ob die Schriftsteller bey allen, oder bey wel-chen Veränderungen sie eine solche wiedernatürlicheEmpfindlichkeit beobachtet haben. Denn bald wirddie ganze Knochenmasse von einer scharfen Jauche,gleichsam wie durch Würmer angefressen, bald verliert

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