konnte man weder -urch's Gesicht, noch durch's Ge-fühl / etwas fehlerhaftes entdecken. Sein unbehutsa--mer Vater/ der ihm seine Schmerzen lindern wollte,beschmierte ihm die ganze Stell des Armes wo er sichbeklagte, mit Gänsefett. Allein diese Einsalbung hatteden guten Erfolg nicht, den unser Bauer wohl davonmochte verhofft haben, denn in der darauffolgendenNacht schnell der ganze Arm auf, und bekam eineLläulicht schwarze Farbe, So blieb nun Schmerz undGeschwulst einen ganzen Monat über sich immer gleich.Damals entstanden zwey Geschwülste, welche die Grössevon Hünereyern hatten, wodurch die Geschwulst desArms merklich abnahm und die Schmerze des kran-ken nicht wenig gelindert wurden. Die eine vorwärtsgelegene Geschwulst hatte ihren Sitz da, wo das Schul-terknöpfgen (capirulum bumeri) aufhört, die anderemehr gegen aussen gelegene, da, wo sich der deltaför-mige Mustek inseriert. Drey ganze Wochen lang blie-ben diese beyden Geschwülste unverändert am Arme,ausser daß ihre Farbe die vorher roth wäre, nach undnach blau wurde. Alsdann aber zersprangen selbige,die obere zuerst, und hernach auch die untere, und er-gossen in den ersten Tagen eine wäfferichte Jauche, diekeinen Geruch hatte: dieses währte aber gar nichtlange, und die Jauche die nachher ausfloß, hatteeine braune Farbe und einen sehr unangenehmen Ge-ruch. In diesem Zustand blieb der Knab den ganzenSommer und Winter des folgenden Jahres hindurch,ohne daß er den Arm brauchen oder bewegen konnte:man wandte auch zu seiner Heilung weiters keine Mit-tel an, so groß auch die Schmerzen seyn mochten diediesen unglücklichen ohne Aufhör plagten. Dieses gan-ze Jahr hindurch waren die Geschwüre über und über
mit