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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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245
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^ zu Hülfe gerufen. Er schlug sogleich das Abzapfe»' des Wassers vor, weil er beym schlagen auf den Un-terleib die wellenförmige Bewegung des Wassers sehrdeutlich wahrnahm. Er verordnete ihr unterdesseneinige abführende Mittel, und in diesem Zeitraumswurde die Kranke ? Tage lang von einer Harnver-stopfung dergestalt geplagt, daß der Arzt geschwinder,als er dachte, umzukehren genöthiget wurde. DerUnterleib war prall, hart, und so ausgespant, daßdie zurückführenden Blutadern auf der Oberfläche sehrausgedehnt erschienen. Hr. Niesn bemerkte indessennach vorne hin eine sehr spitzige Geschwulst.

^ Er hielt es daher für zuträglich, die Blase nochi, vorher, ehe er das Wasser abzapfte, mit dem Kathe-; ter auszuleeren. Wie'erstaunte er aber nicht, als erauf diese Weise i8 Pfund von einem wäßrigen Harneausleerte, und zugleich wahrnahn;, daß eine äusser-ordentliche Geschwulst des Unterleibs von einer derge-^ statt ausgedehnten Harnblase entstanden sey. Dennsowohl Hr. Nicou, als ich, konnten das Herabsin-keu der vorher bis zur Herzgrube reichenden Geschwulstwährend des Harnabflusses durch die auf den Unter-leib gelegte Hand sehr leicht entdecken. Den Tagdarauf wurden auf die nemliche Weise 12 Pfund ab-gezapft , und nun verschwand die Geschwulst sowohlder obern Gliedmassen, und des Gesichts, als der un-tern Gliedmassen dergestalt ^ daß binnen 8 Tagen diese- Theile ihre natürliche Grösse schon wieder erlangt hat-ten. Diese allgemeine Wassersucht (gn^/cg) waralso blos zufällig, und ließ sich, nachdem das aufdie Blase drückende Hinderniß gehoben war, leichtheben.

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