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gegen das innere Peristyl in den viereckigen Tempeln dieses Namens setzen; so hät-ten Sie da bine dritte sehr reguläre Gattung runder Tempel. In der That hat dasProstylium des Pantheon sehr die Gestalt des Pronaos an einem gewöhnlichen Hyp-äthros ; und das innere Peristyl kann mit Fug als in zwey Geschosse abgetheilt an-gesehen werden, da die Säulen nicht die ganze Höhe der Wände einnehmen, unddie Karyathiden statt der oberen Säulen nur eine zufällige Abweichung sind.
Es bliebe mir jetzt noch übrig den Toskanischen Tempel zu untersuchen. Dochist dieser Trief nicht schon über alle anständige Schranken hinausgedehnt? Ich ge-stehe meine Ermüdung, und befürchte die Ihrige. Bleibt cs ihnen aber noch wich-tig, so behalte ich mir diesen Gegenstand für einen folgenden Brief vor, nachdemich Ihnen zuvörderst meine näheren Bemerkungen über die griechischen Ordnungenwerde vorgetragen haben. Auch habe ich Ihre Erinnerungen gegen II. R. Hirtnoch nicht gelesen. Doch ich kann die Feder nicht weglegen, ohne Ihnen noch inder Geschwindigkeit zu gestehn, dafs ich im achten Kapitel des vierten Buchs denSchlufs für verdächtig halte. In der Zelle selbst wurde gewifs nur thus geopfert:jedes andre Opfer, welches immer Gestank verursachen mufste, der in der Zellekeine Zertheilung fand und also unfehlbar stocken bliebe, wurde im Pronaos ver-richtet, das ausdrücklich hierzu bestimmt war. Dafs das Pronaos vorn offen blieb,dafs man sogar oft die Anten desselben wegliefs, hatte sicher seinen Grund darin,dafs man eben der Opfer wegen diesen Theil luftiger halten mufste. Bey alle demzahllosen Krame, womit oft die Zelle angefüllt war, konnte ein Opferheerd schwer-lich noch Platz finden: zu den Schlachtopfern vollends war nicht einmal das Pro-naos hinreichend. Denken Sie sich eine Hekatombe mit allen ihren Unsauberkeiten,zu welchen das Pantheon zu Rom nicht einmal hingereicht hätte! und die folglichunter freyem Himmel verrichtet werden mufsten. Kurz, ausser den hlos dargebote-nen und nicht verbrannten Opfern, konnten in der Zelle meines Bedünkens nurTrankopfer und Weihrauch dargebracht werden, und hierzu waren Opfertische, Drey-füfse und Altäre, die nie viel höher als ein Tisch seyn konnten, hinreichend. -Wozualso hier diese sorgfältige Angabe, dafs sie immer niedriger bleiben, sollen, als derStand der Götterbilder, den sie nie erreichen konnten? Ich glaube daher, dafs Vi-^ truv hier von den grofsen Schlachtopferaltären zu“redewwvermeynt, welche ausserhalbder Tempel im Freyen errichtet waren, und in Rücksicht der beträchtlichen Opferimmer ansehnlich grofs seyn mufsten; und dafs demnach in dem Schlüsse jenes Ka-pitels statt: „die Altäre in den Zellen,“ es heifsen soll: die Altäre bey den Tempeln,oder schlechtweg: die Altäre der Tempel. Von solchen nun sagt er, dafs sie immergegen Morgen gelegen seyn sollen, weil der Tempel nicht immer so gelegen war,dafs sie dieser ihrer Bestimmung gemäfs gerade vor seiner Fronte liegen konnten.