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Asia, oder, Ausführliche Beschreibung des Reichs des Grossen Mogols und eines grossen Theils von Indien : an sich haltend die Landschafften Kandahar, Kabul, Multan, Haikan, Bukkar, Send oder Diu, Jesselmeer, Attak, Peniab, Kaximir, Jangapore, Dely, Mando, Malva, Chitor, Utrad, Zuratte oder Kambaye, Chandisch, Narvar, Gwaliar, Indostan, Sambat, Bakar, Nagrakat, Dekan und Visiapour : nebenst einer vollkommenen Vorstellung des Königreichs Persien, wie auch Georgien, Mengrelien, Cirkassien und anderer benachbarten Länder : zusamt deren verschiednen Namen, Grenzen, Städten, Gewächsen, Thieren, Sitten, Trachten, Regierung und Gottesdienst : durchgehends mit schönen Kupfern, als Landcharten und Abrissen der fürnemsten Städte, Trachten, Thieren und Gewächsen ... aussgezieret / zusammgetragen durch O. Dapper D., anitzo aber ins Hochteutsche getreulichst übersetzet von Johann Christoff Beern
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Die Landsthafst Georgien. 15 5

welche ihrer Hülste in einer u. der ondernBege-benheire denöiigcl sind. Wan sie einander grüs-sm, so knien sie gegen einander aufdieErden.Welche ihnen einige gule Zeitunge bringen/ de.mn geben sie einen Löffel voll Zucker; der Fürstselbst stecket denselben mit eigner Hand in denMund seiner Botten- Über dieß so tritt derBott/wann er sich zum Fürsten nahet/aufeineSammltene Decke / welche man vor ihnausgebreitet hat / umb also den Fürsten zuempfange».

Regierung. Die Landschafft Mengrelien wird heutigesTageS von einem König oder Fürsten regieret/welcher den Titui Ckesiipes Dadiaa führet/dadann Cbeßldes einen König/und Dadian denNamen sesires Stammes bedeutet. Er ist einervon den mächtigsten Fürsten dieser Landen/undkommet nicht her von den Köniaen von Geor-gien-sondern von einem stmerOfficier oderDie-ner / der einen Theil diefer Herrschafft in Be-sitzung nahm/ worüber er Eristave oder Stadt-Halter warp.

L.2mt,erci. Die alten Könige von Georgien hatten ihreResidenz in der Stadt KoktatiS/und regiertenihre Herschafften durch diese Eristaven. Deransehnlichste unter allen wäre der Eristave vonÖdisti oderKolchiS/Dadian gmanr. Einer vondiesen Königen von Georgren/weicher dazumaldas ganze Land in Besitzung hatte/das zwischender K aspischen und schwarzmSee ist biß an denBerg TauruS und Arzerum/und Nordwertsbis anKasia/theiite seineHsrrschafften unter sei-ne viele Kinder/und behielte nichts vor sich / alsdie Landsch äfften Basciaciuk oder Jmer. ti / O-disci/Samsche und Guriel/welche er auch durchseine Gustaven gubernieren liesse.

Wie nun die Sachen allda also beschaffenwaren- so machte sich der Türk an dereinenSei-ten / dem deß Königs Schwachheit nicht unbe-wust ware/an die Stadt Tefiis/ u. eroberte die-stlbe Der Persianer entzog ihme Tauris/u. dasjenige ganze Theil seines Reichs / w lches zwi-schen Tauris und Gagueti liegt. Weil nun die-se Herrschassten hierdurch sehr beschnitten wor-den/so befanden sich dieEnstaves oder Land-Vögte der andern Landschafflkfast eben so mäch-tig / als der König selbst,». bemüheten sich vonseidiger Zeit an/bey bequemer Gelegen! eit/diejenige Herrschaffren ihnen selbst umsrwürffiqzu machen / allwo sie bißhero Stadhalter ge-wesen waren.

An einem gewissenTage/als seine Land-vög-te bey ihme an seiner Tafel fassen / so reichte derMundschenk zu Ende der Mahlzeit dem Königdas Trinkgeschirr / und so fort auch den andernvornehmen Herren. nachArt u. Weise deß Lan-des /welche ihn so fort/vermög gleichfalls derjsands-Gewonheit/nach ihremSrand u. Wür-de beschenkten. Nach demKönig böte man dasGlas dem Dadian an/welcher/ eke er sein Ge-schenk gab/denArkabcg einen von denVomem-sten u. Freygebigsten amHofe fragte: Wie v eler wol dem Mundschenken zu verehren gedäch-te,bunkert Gold-Kronen/amwortete Artabeg.Also gäbe Dadian ein gröffers Geschenk. W-eder Mundschenk aber hierauf das Glas demAttabeg darreichte/vcrspisch er demselbe r svc>.

Cronen zu gebe. H mider befände sich Dadiansehr beleidiget/und un/rachtrt der König mgeqewäre/ scheucte er sich doch nicht sondern überfielden Artabeg / und schnitt ihme seinen Bart ab.Artabeg stellte zwar dazumahlsm Gegenwartdeß Königs seine Räch- einu. verschmerzte denempfangenen Schimpf; ja der König selbstdorffte sich nicht unte> stehen denDadian wegendieses Frevels zu bestraff^n/indem der,e!bc ft>'steben so mächtig wäre/als er selbst in seinenHerrschafften.

Als aber eine Zeitlang hernach der Dadianeinem H-rschen biß in das Land d/ß LancvogtsArtabeg nachfttzre / griffen deß Aitabegs Un-terthanen d^n Dadian/welcher von seinem Co,mitat abgekommen / und brachten ihn vor ih,ren Herrn/welcher ihn in einer Höis unter derErden gefangen zu halten befähle. Jedermanmeinte / Dadian seye von einer Klippen herab,-gestürzt/und habe sich ;u todte gefallen dannen,hero d ieSeinigen fei nen Tod schmerz« ich bew« in-ten. Indem nun Dadianeins Zeitlang in derGefängnis gesessen/ besuchte ihn emsmahis Ar>tabeg. Untee andern sonderbaren Diicursenvertrauelö Artabeg dem Dadian sein Vorher-brn/welches dahin menge, sich zum Herrn seinerLandvogrey zu machen / und wiese ihme die guttBequemlichkeit/solchen Vorsatz glücklich auszuführen. Worauf Artabeg dem Dadiangleichfalls sein ganzes Herz offenbarte/», sagt«/er habe eben dergleichen Anschlägeeine geraumeZeit gehabt. Also berahtschlagten sie sich mitei,nandcr/ um ein Mittel zu erdenken/ihren Zweckzu erlangen. Die Leute ihrer Herrsckafften liestsm ihnen ni cht zuwider seyn sie vorKönige zu er,kennen / weiche sie vorherö unter den T-Lul Eri«staves verehret harten. Der König selbst/ als erhinter das Vorhaben seiner Landvögtt käme/getrauet« sich nicht/ihnen sich zu widrrsetzen/unddenRest seiner übrigen Herrschafft in Gefahr zustellen, sondern er war berekt/ diese seine Dienetvor seine Mit-Regemen zu erkrnen/m so weit/daß seine Nachfolger Kernach 'mit ihnen inBündnisse gerretre. Dessen aber allen unerach-tet/ haben sie endlich den König Jmereti mitKrieg überzögen.

Der Chesilbes oder König/ der heut zu Tagtin Mengrelien ttgiertt/wirdLeuan Dadian g-,nennet; ist der sünffte König seines Stamms/und ein Sohn deß Königs Munacchiac/wek,ch/r einsmahls auf der Jagt so stark an einenReuter stieß/daß sein Pferd mit ihme zurückefiel und er dardmcb sein Leben einbüffele. KönigLcuanDadran wäre damals noch gar jung / daregierte einer seiner Ohmen vonsVatler Sei-ten/Namens Georg Lipcttdian/an Statt Sei-ner / Zert semer Minderjährigkeit.

Dieser junaeKönig LeuanDadian heuratetebeenachmahls eine Tochter eines Fürsten derAbkaffi r / aus dem Geschlecht Sciarapsia/welches von dieser Land - Art in hohen Ehrengehalten wnd.

Lipardian / ob er gleich hoch betaget wäre/krauete er dannoch auch / und nähme ein«jungeJungst au zur Gemahlin / Namens Dareg,giamaus dem Haust CÜadze. Allein diese Für-stin gienge viel lieber mit Dadian umb/ als mitst st Lipar-