Die Landsthafst Georgien. 15 5
welche ihrer Hülste in einer u. der ondernBege-benheire denöiigcl sind. Wan sie einander grüs-sm, so knien sie gegen einander aufdieErden.Welche ihnen einige gule Zeitunge bringen/ de.mn geben sie einen Löffel voll Zucker; der Fürstselbst stecket denselben mit eigner Hand in denMund seiner Botten- Über dieß so tritt derBott/wann er sich zum Fürsten nahet/aufeineSammltene Decke / welche man vor ihnausgebreitet hat / umb also den Fürsten zuempfange».
Regierung. Die Landschafft Mengrelien wird heutigesTageS von einem König oder Fürsten regieret/welcher den Titui Ckesiipes Dadiaa führet/dadann Cbeßldes einen König/und Dadian denNamen sesires Stammes bedeutet. Er ist einervon den mächtigsten Fürsten dieser Landen/undkommet nicht her von den Köniaen von Geor-gien-sondern von einem stmerOfficier oderDie-ner / der einen Theil diefer Herrschafft in Be-sitzung nahm/ worüber er Eristave oder Stadt-Halter warp.
L.2mt,erci. Die alten Könige von Georgien hatten ihreResidenz in der Stadt KoktatiS/und regiertenihre Herschafften durch diese Eristaven. Deransehnlichste unter allen wäre der Eristave vonÖdisti oderKolchiS/Dadian gmanr. Einer vondiesen Königen von Georgren/weicher dazumaldas ganze Land in Besitzung hatte/das zwischender K aspischen und schwarzmSee ist biß an denBerg TauruS und Arzerum/und Nordwertsbis anKasia/theiite seineHsrrschafften unter sei-ne viele Kinder/und behielte nichts vor sich / alsdie Landsch äfften Basciaciuk oder Jmer. ti / O-disci/Samsche und Guriel/welche er auch durchseine Gustaven gubernieren liesse.
Wie nun die Sachen allda also beschaffenwaren- so machte sich der Türk an dereinenSei-ten / dem deß Königs Schwachheit nicht unbe-wust ware/an die Stadt Tefiis/ u. eroberte die-stlbe Der Persianer entzog ihme Tauris/u. dasjenige ganze Theil seines Reichs / w lches zwi-schen Tauris und Gagueti liegt. Weil nun die-se Herrschassten hierdurch sehr beschnitten wor-den/so befanden sich dieEnstaves oder Land-Vögte der andern Landschafflkfast eben so mäch-tig / als der König selbst,». bemüheten sich vonseidiger Zeit an/bey bequemer Gelegen! eit/diejenige Herrschaffren ihnen selbst umsrwürffiqzu machen / allwo sie bißhero Stadhalter ge-wesen waren.
An einem gewissenTage/als seine Land-vög-te bey ihme an seiner Tafel fassen / so reichte derMundschenk zu Ende der Mahlzeit dem Königdas Trinkgeschirr / und so fort auch den andernvornehmen Herren. nachArt u. Weise deß Lan-des /welche ihn so fort/vermög gleichfalls derjsands-Gewonheit/nach ihremSrand u. Wür-de beschenkten. Nach demKönig böte man dasGlas dem Dadian an/welcher/ eke er sein Ge-schenk gab/denArkabcg einen von denVomem-sten u. Freygebigsten amHofe fragte: Wie v eler wol dem Mundschenken zu verehren gedäch-te,bunkert Gold-Kronen/amwortete Artabeg.Also gäbe Dadian ein gröffers Geschenk. W-eder Mundschenk aber hierauf das Glas demAttabeg darreichte/vcrspisch er demselbe r svc>.
Cronen zu gebe. H mider befände sich Dadiansehr beleidiget/und un/rachtrt der König mgeqewäre/ scheucte er sich doch nicht sondern überfielden Artabeg / und schnitt ihme seinen Bart ab.Artabeg stellte zwar dazumahlsm Gegenwartdeß Königs seine Räch- einu. verschmerzte denempfangenen Schimpf; ja der König selbstdorffte sich nicht unte> stehen denDadian wegendieses Frevels zu bestraff^n/indem der,e!bc ft>'steben so mächtig wäre/als er selbst in seinenHerrschafften.
Als aber eine Zeitlang hernach der Dadianeinem H-rschen biß in das Land d/ß LancvogtsArtabeg nachfttzre / griffen deß Aitabegs Un-terthanen d^n Dadian/welcher von seinem Co,mitat abgekommen / und brachten ihn vor ih,ren Herrn/welcher ihn in einer Höis unter derErden gefangen zu halten befähle. Jedermanmeinte / Dadian seye von einer Klippen herab,-gestürzt/und habe sich ;u todte gefallen dannen,hero d ieSeinigen fei nen Tod schmerz« ich bew« in-ten. Indem nun Dadianeins Zeitlang in derGefängnis gesessen/ besuchte ihn emsmahis Ar>tabeg. Untee andern sonderbaren Diicursenvertrauelö Artabeg dem Dadian sein Vorher-brn/welches dahin menge, sich zum Herrn seinerLandvogrey zu machen / und wiese ihme die guttBequemlichkeit/solchen Vorsatz glücklich auszuführen. Worauf Artabeg dem Dadiangleichfalls sein ganzes Herz offenbarte/», sagt«/er habe eben dergleichen Anschlägeeine geraumeZeit gehabt. Also berahtschlagten sie sich mitei,nandcr/ um ein Mittel zu erdenken/ihren Zweckzu erlangen. Die Leute ihrer Herrsckafften liestsm ihnen ni cht zuwider seyn sie vorKönige zu er,kennen / weiche sie vorherö unter den T-Lul Eri«staves verehret harten. Der König selbst/ als erhinter das Vorhaben seiner Landvögtt käme/getrauet« sich nicht/ihnen sich zu widrrsetzen/unddenRest seiner übrigen Herrschafft in Gefahr zustellen, sondern er war berekt/ diese seine Dienetvor seine Mit-Regemen zu erkrnen/m so weit/daß seine Nachfolger Kernach 'mit ihnen inBündnisse gerretre. Dessen aber allen unerach-tet/ haben sie endlich den König Jmereti mitKrieg überzögen.
Der Chesilbes oder König/ der heut zu Tagtin Mengrelien ttgiertt/wirdLeuan Dadian g-,nennet; ist der sünffte König seines Stamms/und ein Sohn deß Königs Munacchiac/wek,ch/r einsmahls auf der Jagt so stark an einenReuter stieß/daß sein Pferd mit ihme zurückefiel und er dardmcb sein Leben einbüffele. KönigLcuanDadran wäre damals noch gar jung / daregierte einer seiner Ohmen vonsVatler Sei-ten/Namens Georg Lipcttdian/an Statt Sei-ner / Zert semer Minderjährigkeit.
Dieser junaeKönig LeuanDadian heuratetebeenachmahls eine Tochter eines Fürsten derAbkaffi r / aus dem Geschlecht Sciarapsia/welches von dieser Land - Art in hohen Ehrengehalten wnd.
Lipardian / ob er gleich hoch betaget wäre/krauete er dannoch auch / und nähme ein«jungeJungst au zur Gemahlin / Namens Dareg,giamaus dem Haust CÜadze. Allein diese Für-stin gienge viel lieber mit Dadian umb/ als mitst st Lipar-