r>6_Die Landschaft Georgien.
Lipardian / weit sie mit Dadian in gleichem Al-ler wäre.
Mittlerweile nun Dadian sein bestes that/sich bey Lipardians Gemahlin völlig beliebt zumachen,so machte sich sein vornehmster Dieneroder Stadthalter am Hofe / Paponia genant/mit der Königin mehr als ju bekannt / daß mandurchs ganze Land hiervon zu singen und zu sa-gen wüste / wordurch Dadian bewogen wur-de/Vermöge der Griechischen Kirchen-Sat-zungen/sie zu verlassen; wie er ihr dann die Na,ftn abschnitte und sie ihrem Vatter wiedermit einem Heer zurückschickte. Den Paponiawarf er ins Gefängnis / unter der Verwah-rung deß Fürsten Guriel fernes N<fen. H er-auf wurde Dadian noch mchrers verliebt alszuvor in die Gemahlin seines Ohms/liesse siedannenhero aus dessen Hause holen / und be-fahl den Seimgen/daß sie dieselbe vor ihreDalboda oder Königin erkennen sollten.Mittlerweile man nun im Palast deß Da»dians mit allerhand Freuden-bezeigungen die,ft Hochzeit feyerte / so hielte L pardian in sei-nem Hause die Leich-Begängmö seiner gewe-senen Gemahlin / gleich als ob sie gestorbenwäre. Er zog mit seinem ganzen Hofe dieTrauer an / und weinte 40. Tage / nach derGewonheit deß Landes. Ein jeder der Sei-digen wollte Theil an seinem Schmerzen ha»den / und bekäme Lipardian einen groffmAn,hang. Unter dieser Zurüstung aber/ wurdeer mit Gisst umbs Leben gebracht/undbliebeftine Gemahlin eine Königin. Es würde auchtzas Land einer guten Ruhe genossen haben/wo der Stadthalter Paponia / umb sich heim-lich an Dadian zu rächen / den Fürsten vonGuriel nicht hätte angetrieben / den Königzu bekriegen / und wo nicht noch zum Über-fluß eins/Lonspiration zwischen Paponia/den Abkassmn und dem Fürsten Basciaciukwäre gemachet worden. Die Anstalt dieserEonspiration verhielte sich also :iMan mästeDadian aus dem Weeg räumen / und an seineStatt einen von seinen Brübern/Namens Jo-sef/erwehlen und zum König machen. Damitnun diese Conspiration ihren Fortgang habenmöchte / so wurde einer von diesen Abkassiern zuderen Vollstrecker gebrauchet/ also daß selbigereines Tages dem Dadian/als ersichüberetneGalerie legte/einen Stich mit einer Lanzen vonhinten zu versetzte. Der Thäter nahm hierausdie Flucht/und konnte man vonselbiger Zeit annicht erfahren/wo er hingekomen.Emervon denBefehlshabern wurde angehalten und gefan.gen gesetzet / der hinter dem König gestanden/als er den Stich bekommen hatte; dieser offen-barte die Conspiration. Also wurde der Stadt-halterPaponiagewürget/undsein Cörper/ inviel Stücke zertheilet / in ein Geschütz mit Pul«ver gestopftt/anch aus solche Weise im Losbren-nen in lovo. Stücke zerschmettert. SeinemBruder liesse Dadian die Augen auSstechen/u.gab ikme nicht mehr Unterhalt/als daß er da-von kaum mit genauer Noht zu leben hatte.Den Fürsten von Guriel nahm er gefangen/und ließ ihn auch seines Gesichts^berauben;nahm ihme seine Gemahlin und Söhne/und
gab seine Herrschafft dem Patriarchen/seinemVettern,Namens Malachia. Also wurdeGu-riel gestrafter nicht allein wegen dieser seiner be-gangnenUbelthak/sondern auch/west er adPcu-sicher Wüst seinen leiblichen Vatter gelölMhatte. Wie die Einwohner erzehlen/so hat Da-cdian auch seine Kinder zur selbigen Zrittödtenlassen / die er mit ferner ersten Gemahlin über,komen hatte / und zwar auf Cmrahten einesRaths der neuen Königin/welche die Ihrigenanderen Stelle gerne gebracht hätte.
Hieraufbekriegte Dadian die Abkassier/wel-che/in währender Ausruhr/in sein Land gefallen'waren / umb sich also wegen deß Hohns zu rä-chen / den ihres FürsienTochker/als seine ersteGemahlin/von ihm erlitten hatte. Diese Völ-ker bezwäng er; und wer! er keineSchatzung vonGold und Silber von ihnen ziehen konnte/sowar er mit einer Anzahl Jagthunden und Fal,ken vergnüget / weiches das beste ist/das manim ganzen Lande findet.
AIS nun Dadian deß Bürgerlichen Kriegesein Ende gemachet hatte/ so waren/von selbige«Zeit an/alle seine Gedanken dahin gerichtet/wieer den Fürsten Jmereti bezwingen möchte/ wel-cher ehedessen sein Oberhaubr gewesen wäre-Also fieng eran/denselben zu bekriegen;und ober gleich biß aufdieseZeil ihn nicht völlig bezwin-gen können / weil dieser Fürst einen sichern Auf-enthalt auf dem Kastel Koltatis findel/welchesman biß auf dieseSrunde noch nicht einnehmenkönnen / so hat er doch gleichwol seine Her-schafft allenthalben dermassen verwüstet,daß erschlechten Widerstand leisten kan. Der heut zuTag regierendeKönig hat treffücheQualitäten/und würde er ohne Zweiffel/wo er in einem civi-lem Land wäre auftrzogen worden/ einer vonden tapfersten Fürsten dieser Zeit seyn. CrdateinenAbschru vor ailerFüllerev/worzu seine Un,tmhanen sehr geneigt sind / und lässet zum öff-tern essen und trinken stehen/um seinerJagtlustnachzuhängen. Er ist ferners in allen Kriegs,Vorfällen unverdrossen / fertig und kapfcr/undlieber seine Unterthanen über alle Massen/alsodaß er ihnen aufvielWeis u. Wcege unter dieArme greiffek. In seinen Herrschaffken klagetman nicht mehr über Unrecht und Gewalt/welche man vorzeiten allda erlitte / sondern eSlebt iederman allda in erwünschter Ruhe undSicherheit. DerKönig erzeigte sich sehr weißlichgegen die Türken u. den Sultan Murat zu denZeitendeßKriegs/den er wider diePerftrführte.Als derselbe ihme andeuten lieffe/.er sollte kom-men/und ihme Kerawan belägern helffen / liesseihme Dadian zur Antwort sagen/es hätte we-der er/noch seine Vorfahren/sich jemahls ver-pflichtet ihme zu gehorsamen/sondern dieSchat-zung / die er ihme reiche / seye ein freywilligesWerk.
Einen andern Fund brauchet er wiv den Tür-ken/daß er ihme weiß machet/Mengrelien seyedaselendesteLand unter derSonen. Mast Ge-sandten von Constantinopcl zu ihme komen / sosendet er ihnen seine Leute biß an die Grenzenseiner Herrschaffken entgegen/denen er befiehletidie Gesandten durch Klippen,grosse Wälder u.böse Weege zu führen. Deß Nachtö verberget
mag