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Asia, oder, Ausführliche Beschreibung des Reichs des Grossen Mogols und eines grossen Theils von Indien : an sich haltend die Landschafften Kandahar, Kabul, Multan, Haikan, Bukkar, Send oder Diu, Jesselmeer, Attak, Peniab, Kaximir, Jangapore, Dely, Mando, Malva, Chitor, Utrad, Zuratte oder Kambaye, Chandisch, Narvar, Gwaliar, Indostan, Sambat, Bakar, Nagrakat, Dekan und Visiapour : nebenst einer vollkommenen Vorstellung des Königreichs Persien, wie auch Georgien, Mengrelien, Cirkassien und anderer benachbarten Länder : zusamt deren verschiednen Namen, Grenzen, Städten, Gewächsen, Thieren, Sitten, Trachten, Regierung und Gottesdienst : durchgehends mit schönen Kupfern, als Landcharten und Abrissen der fürnemsten Städte, Trachten, Thieren und Gewächsen ... aussgezieret / zusammgetragen durch O. Dapper D., anitzo aber ins Hochteutsche getreulichst übersetzet von Johann Christoff Beern
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156
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r>6_Die Landschaft Georgien.

Lipardian / weit sie mit Dadian in gleichem Al-ler wäre.

Mittlerweile nun Dadian sein bestes that/sich bey Lipardians Gemahlin völlig beliebt zumachen,so machte sich sein vornehmster Dieneroder Stadthalter am Hofe / Paponia genant/mit der Königin mehr als ju bekannt / daß mandurchs ganze Land hiervon zu singen und zu sa-gen wüste / wordurch Dadian bewogen wur-de/Vermöge der Griechischen Kirchen-Sat-zungen/sie zu verlassen; wie er ihr dann die Na,ftn abschnitte und sie ihrem Vatter wiedermit einem Heer zurückschickte. Den Paponiawarf er ins Gefängnis / unter der Verwah-rung deß Fürsten Guriel fernes N<fen. H er-auf wurde Dadian noch mchrers verliebt alszuvor in die Gemahlin seines Ohms/liesse siedannenhero aus dessen Hause holen / und be-fahl den Seimgen/daß sie dieselbe vor ihreDalboda oder Königin erkennen sollten.Mittlerweile man nun im Palast deß Da»dians mit allerhand Freuden-bezeigungen die,ft Hochzeit feyerte / so hielte L pardian in sei-nem Hause die Leich-Begängmö seiner gewe-senen Gemahlin / gleich als ob sie gestorbenwäre. Er zog mit seinem ganzen Hofe dieTrauer an / und weinte 40. Tage / nach derGewonheit deß Landes. Ein jeder der Sei-digen wollte Theil an seinem Schmerzen ha»den / und bekäme Lipardian einen groffmAn,hang. Unter dieser Zurüstung aber/ wurdeer mit Gisst umbs Leben gebracht/undbliebeftine Gemahlin eine Königin. Es würde auchtzas Land einer guten Ruhe genossen haben/wo der Stadthalter Paponia / umb sich heim-lich an Dadian zu rächen / den Fürsten vonGuriel nicht hätte angetrieben / den Königzu bekriegen / und wo nicht noch zum Über-fluß eins/Lonspiration zwischen Paponia/den Abkassmn und dem Fürsten Basciaciukwäre gemachet worden. Die Anstalt dieserEonspiration verhielte sich also :iMan mästeDadian aus dem Weeg räumen / und an seineStatt einen von seinen Brübern/Namens Jo-sef/erwehlen und zum König machen. Damitnun diese Conspiration ihren Fortgang habenmöchte / so wurde einer von diesen Abkassiern zuderen Vollstrecker gebrauchet/ also daß selbigereines Tages dem Dadian/als ersichüberetneGalerie legte/einen Stich mit einer Lanzen vonhinten zu versetzte. Der Thäter nahm hierausdie Flucht/und konnte man vonselbiger Zeit annicht erfahren/wo er hingekomen.Emervon denBefehlshabern wurde angehalten und gefan.gen gesetzet / der hinter dem König gestanden/als er den Stich bekommen hatte; dieser offen-barte die Conspiration. Also wurde der Stadt-halterPaponiagewürget/undsein Cörper/ inviel Stücke zertheilet / in ein Geschütz mit Pul«ver gestopftt/anch aus solche Weise im Losbren-nen in lovo. Stücke zerschmettert. SeinemBruder liesse Dadian die Augen auSstechen/u.gab ikme nicht mehr Unterhalt/als daß er da-von kaum mit genauer Noht zu leben hatte.Den Fürsten von Guriel nahm er gefangen/und ließ ihn auch seines Gesichts^berauben;nahm ihme seine Gemahlin und Söhne/und

gab seine Herrschafft dem Patriarchen/seinemVettern,Namens Malachia. Also wurdeGu-riel gestrafter nicht allein wegen dieser seiner be-gangnenUbelthak/sondern auch/west er adPcu-sicher Wüst seinen leiblichen Vatter gelölMhatte. Wie die Einwohner erzehlen/so hat Da-cdian auch seine Kinder zur selbigen Zrittödtenlassen / die er mit ferner ersten Gemahlin über,komen hatte / und zwar auf Cmrahten einesRaths der neuen Königin/welche die Ihrigenanderen Stelle gerne gebracht hätte.

Hieraufbekriegte Dadian die Abkassier/wel-che/in währender Ausruhr/in sein Land gefallen'waren / umb sich also wegen deß Hohns zu-chen / den ihres FürsienTochker/als seine ersteGemahlin/von ihm erlitten hatte. Diese Völ-ker bezwäng er; und wer! er keineSchatzung vonGold und Silber von ihnen ziehen konnte/sowar er mit einer Anzahl Jagthunden und Fal,ken vergnüget / weiches das beste ist/das manim ganzen Lande findet.

AIS nun Dadian deß Bürgerlichen Kriegesein Ende gemachet hatte/ so waren/von selbige«Zeit an/alle seine Gedanken dahin gerichtet/wieer den Fürsten Jmereti bezwingen möchte/ wel-cher ehedessen sein Oberhaubr gewesen wäre-Also fieng eran/denselben zu bekriegen;und ober gleich biß aufdieseZeil ihn nicht völlig bezwin-gen können / weil dieser Fürst einen sichern Auf-enthalt auf dem Kastel Koltatis findel/welchesman biß auf dieseSrunde noch nicht einnehmenkönnen / so hat er doch gleichwol seine Her-schafft allenthalben dermassen verwüstet,daß erschlechten Widerstand leisten kan. Der heut zuTag regierendeKönig hat treffücheQualitäten/und würde er ohne Zweiffel/wo er in einem civi-lem Land wäre auftrzogen worden/ einer vonden tapfersten Fürsten dieser Zeit seyn. CrdateinenAbschru vor ailerFüllerev/worzu seine Un,tmhanen sehr geneigt sind / und lässet zum öff-tern essen und trinken stehen/um seinerJagtlustnachzuhängen. Er ist ferners in allen Kriegs,Vorfällen unverdrossen / fertig und kapfcr/undlieber seine Unterthanen über alle Massen/alsodaß er ihnen aufvielWeis u. Wcege unter dieArme greiffek. In seinen Herrschaffken klagetman nicht mehr über Unrecht und Gewalt/welche man vorzeiten allda erlitte / sondern eSlebt iederman allda in erwünschter Ruhe undSicherheit. DerKönig erzeigte sich sehr weißlichgegen die Türken u. den Sultan Murat zu denZeitendeßKriegs/den er wider diePerftrführte.Als derselbe ihme andeuten lieffe/.er sollte kom-men/und ihme Kerawan belägern helffen / liesseihme Dadian zur Antwort sagen/es hätte we-der er/noch seine Vorfahren/sich jemahls ver-pflichtet ihme zu gehorsamen/sondern dieSchat-zung / die er ihme reiche / seye ein freywilligesWerk.

Einen andern Fund brauchet er wiv den Tür-ken/daß er ihme weiß machet/Mengrelien seyedaselendesteLand unter derSonen. Mast Ge-sandten von Constantinopcl zu ihme komen / sosendet er ihnen seine Leute biß an die Grenzenseiner Herrschaffken entgegen/denen er befiehletidie Gesandten durch Klippen,grosse Wälder u.böse Weege zu führen. Deß Nachtö verberget

mag