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H. Angst — Gründungs-Geschichte.
Altertümer-Kommission einen zinsfreien Vorschuss für einen Ankauf von Glasmalereienmachte, der keinen Aufschub litt, und kurze Zeit vor seinem Tode teilte er demVerfasser mit, er habe sich vorgenommen, jedes Jahr etwas für das Landesmuseumzu leisten.) Noch zwei Eröffnungen konnte der Referent der Versammlung machen,erstens diejenige, dass Herr Joseph Vincent in Konstanz bereit sei, seine unerreichteSammlung von Glasmalereien in dem schweizerischen Nationalmuseum aufzustellen,aber aus persönlichen Gründen bloss, wenn Zürich zum Sitz erhoben werde; zweitens,dass der Referent selbst seine keramische Sammlung im Museum deponiren wolle.Als gleichsam gegebenen Ort für den Neubau wurde die Stelle in der Platzpromenadebezeichnet, auf welcher 1883 das grosse schweizerische Ausstellungsgebäude gestandenhatte; hiefür lag ein provisorisches Bauprojekt von Herrn Architekt Alb. Müller vor.Mit freudiger Akklamation beschloss die Versammlung einstimmig, alle Schritte zutun, um das Nationalmuseum für Zürich zu sichern und damit womöglich die Kunst-gewerbeschule in Verbindung zu bringen, entsprechend den Traditionen und Interessender Stadt. Diese energische Kundgebung machte auswärts bedeutendes Aufsehen undführte zu erneuten Pressangriffen auf Zürich , welche hin und wieder die Grenzender Mässigung überschritten.
Mitten in die Bewerbungs - Bewegung der Städte hinein fiel ein gänzlich uner-wartetes Ereignis. Wenige Tage, nachdem die erste Eingabe Basels an den Bundesrat
erfolgt war, verbreitete der Telegraph im Landedie Kunde, der am 12. März in Basel verstorbeneBaumeister Ludwig Merian habe der Eidge-nossenschaft für das zukünftige Landesmuseumsein ganzes Vermögen vermacht. L. Merian, einJunggeselle, dessen behagliches Heim in Klein-Basel ein Miniatur-Landesmuseum war, indem eres mit einer grossen Anzahl meistens schweize-rischer Altertümer geschmückt hatte, gehörte zuden wenigen Privatsammlern, welche sich an derLandesausstellung in Zürich von 1883 beteiligten.Mit liebenswürdiger Liberalität erklärte HerrMerian damals dem Verfasser, der ihn im Auf-träge des Gruppenkomites besuchte, man könneauswählen, was man wolle, selbst die an den Wän-den angebrachten Gegenstände, weil er dieserersten Ausstellung schweizerischer Altertümer inZürich seine vollen Sympathien entgegenbringe.Wirklich verwendete sich Herr Merian auch beieinigen Zünften Basels für die Beschickung derAusstellung in Zürich mit ihren alten Bechern,allein ohne Erfolg. Das Testament Merians, welches in jenem kritischen Momente eine mäch-tige Förderung des Projektes eines Nationalmuseums bedeutete, lautete kurz und bündig:
Ludwig Merian