104
Poliren der Gefässe die Drehstriche verwischt wurden. Zudem scheint ihre Oberflächebei Anlass dieser zweiten Manipulation mit einer Schicht feinen Lehms überzogenworden zu sein, welche ohne Zweifel von Hand aufgetragen wurde. Sicher ist, dass einim Besitze einer Drehscheibe sich befindender Hafner alle Gefässe ohne Ausnahme aufderselben verfertigte, da deren Herstellung auf diesem Wege mit grösster Leichtigkeitund Schnelligkeit möglich war.
Nehmen wir deshalb diese Herstellungsart für einzelne Gefässe einer Gräber-gruppe an, so sind wir genötigt, sie auch für die andern zuzugeben.
B. Langobardische Gräber.
Grab 2. 2 Bronzearmspangen mit anschwellenden, kannelirten Stollen. 1 Bronze-
schnalle mit Schlaufe. 2 silberne Ohrgehänge, von welchen eines mit Pasta-knopf geschmückt ist. Grosse, rote Reibschale. Kleiner, gelber Thonbecher.Grab 8. 1 eiserne Spata mit einem Fragment Hornbelag. 1 eiserne Skramasax. 1 ei-
serne Sax. 4 eiserne Gürtelschnallen, von welchen ein Stück reich silber-tauschirt. 2 eiserne Riemenzungen, von welchen ein Stück reich tauschirt.1 eiserne Gürtelplatte, tauschirt. 5 diverse eiserne Gürtelbeschläge, vonwelchen zw T ei dreieckig und tauschirt, zwei kreuzförmig, einer rechteckigmit Ring und vier Nieten. 3 kreisförmige Eisenknöpfe, 4 kleine Bronze-beschläge. Schädel und Knochen. Topf aus grauem Thon.
Grab 13. Roher Topf ohne Henkel. 1 Bronzeschnalle samt Gegenstück. 1 bronzeneRiemenzunge. 2 kleine, bronzene Anhänger.
Schlussbetrachtung.
Nachdem wir in den vorhergehenden Abschnitten die Gräberfelder von Molinazzo-Arbedo und Castione in ihren Einzelheiten besprochen haben, soweit es der Umfangund Zweck der vorliegenden Arbeit, welche nicht ausschliesslich für gelehrte Kreise,sondern für das gesamte gebildete Publikum berechnet ist, zuliess, erübrigt uns noch,unsere Ansicht über ihr Alter und ihre Zugehörigkeit auszusprechen.
Nach den umfassenden und gediegenen Vorarbeiten der italienischen GelehrtenGozzadini, Zannoni, Marchesetti und anderer, des Schweden Oskar Montelius, sowie dergelehrten Mitarbeiter der «Revue Celtique » fällt uns dies nicht allzu schwer, denn wirhaben dem von den genannten Gelehrten bereits Gesagten nur wenig Neues beizufügen.
Durch die grossartigen Ausgrabungen Zannonis in der Certosa von Bologna istfestgestellt worden, dass rotfigurige griechische Vasen des sechsten bis fünften Jahr-hunderts v. Chr. mit Fibeln des Certosatypus, sowie mit Bogenfibeln, Kahnfibeln,Schlangenfibeln und Hornfibeln vereinigt gefunden wurden, womit nachgewiesen ist,dass diese sämtlichen Fibeltypen jener Zeit angehören. Ein ganz ähnliches Ergebnishatten die Ausgrabungen Marchesettis in S. Lucia bei Tolmino. Dort wurden ausser-