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Festgabe auf die Eröffnung des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich am 25. Juni 1898 / H. Angst, H. Pestalozzi, J. Heierli, R. Ulrich, J. Zemp, J.R. Rahn, H. Zeller-Werdmüller
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H. Zeller — Zur Geschichte des Zürcher Goldschmiede-Handwerkes.

fachem, aber gefälligem Silbergeräte einheimischer Arbeit wohl versehen waren, ist be-kannt, sind doch viele der Leuchter, Teller, Platten, Kaffee- und Theekannen, Zucker-büchsen und anderer Geräte, z. B. die schönen Silberdeckel von Gesangbüchern zurZeit des französischen Einfalles dem Schmelztiegel entgangen und noch heute in Ehrengehalten.

c) Die Silberschätze der Gesellschaften und Zünfte.

Regelmässige Arbeiten waren während des XVI. und XVII. Jahrhunderts zuHänden der Zünfte und Gesellschaften auszuführen. — Der Hausrat auf deren Stubenwar im Beginne des XVI. Jahrhunderts nach den vorhandenen Verzeichnissen noch sehrbescheiden. Erst um 1535 werden nach und nach die hölzernen und zinnernen Becherderselben durch silberne ersetzt. Beschlüsse wurden gefasst, welche feststellten, was neueZunftgenossen und Inhaber von Ehrenstellen auf die Stube zu stiften hatten. Die Silber-gaben von Mitgliedern des Kleinen und des Grossen Rates hatten in der Regel 8 LotGewicht, bestanden demnach aus mässigen Tischbechern; höhere Amtspersonen undfremde Gäste machten reichere Geschenke. Im XVII. Jahrhundert trat dann ein Über-bieten in solchen Gaben ein, welches den Rat veranlasste, im Jahre 1675 eine genaueVerordnung über die Silbergaben zu erlassen. Danach hatte z. B. der Bürgermeister50 Lot an Silbergeschirr oder 100 Pfund (zu 20 Schilling) baar, ein Ratsherr oder Zunft-meister 40 Lot oder 80 Pfund, ein Zwölfer 25 Lot oder 50 Pfund Geldes zu entrichten.Baarzahlung an die Gesellschaft wurde nach dem Jahre 1700 die Regel, doch dauertenauf einzelnen Stuben die Gaben in Natur noch länger fort. — Die gewaltig anwachsendenSilberschätze wurden im Jahre 1629 zum erstenmale gelichtet, als der Rat mit Rück-sicht auf die drohende Gefahr, in die deutschen Kriegswirren verwickelt zu werden,allen Gesellschaften befahl, einen Dritteil ihres Silbergeschirres zu vermünzen. ZurDeckung der 1656 der Stadt Zürich erwachsenen Kriegskosten wurden auch die Zunft-und Gesellschaftsgüter erheblich in Anspruch genommen, und wieder wanderten zahl-reiche Gefässe zur Münze. — Noch später wurden ältere Becher in Menge zu Löffeln,Gabeln, Messergriffen, Salzfässern und Senfstitzen, Leuchtern und dergl. umgeformt, jemehr das Trinkglas den Gebrauch der silbernen Tischbecher verdrängte. — Im Jahre1798 veranlasste die Furcht vor Einziehung der Zunftgüter durch die helvetische Re-gierung die Zünfte Zürichs zur Auflösung und zur Verteilung des Zunftvermögens unterihre Mitglieder. Das Silbergeschirr wurde verkauft, zum leil von den Mitgliedern aufRechnung ihrer Anteile übernommen. Mag dann Vieles von geringerem Werte imJahre 1799 in den Schmelztiegel gelangt sein, als die Kriegsnot und Massena’s Zwangs-anleihen dazu nötigten: die einstigen Hauptzierden der Zunfttafeln blieben erhalten, teilswerden sie heute noch in Zürcher bamilien aufbewahrt und hochgeschätzt, teils haben sieihren Weg leider ins Ausland gefunden. — Gesellschaften, wie die Chorherrenstube undder Schneggen, haben ihre Schätze in der Hauptsache auch während der Stürme zuEnde des vorigen Jahrhunderts wohl gehütet und bis zur Gegenwart zusammengehalten.

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