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Festgabe auf die Eröffnung des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich am 25. Juni 1898 / H. Angst, H. Pestalozzi, J. Heierli, R. Ulrich, J. Zemp, J.R. Rahn, H. Zeller-Werdmüller
Entstehung
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219
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H. Zeller Zur Geschichte des Zürcher Goldschmiede-Handwerkes.

1781 ihre Gaben in Gestalt von Trinkgeschirren dar. Nachdem 1678 bis 1680 wieder1436 Lot Silber eingeschmolzen worden waren, hatten Streitigkeiten zwischen Junkernund Constafflern im Jahre 1684 zur Polge, dass das Silbergeschirr zwischen Gesamt-constaffel und den adelichen Herren vom Rüden geteilt wurde, wobei ersterer 1096,letztem 1909 Lot zufielen.

Im Jahre 1798 besass die Constaffel noch 13 Becher und eine Konfektplatte, 432Lot, welche im Juni 1798 teils verkauft, teils verteilt wurden.

Die Junker hatten bei der Teilung von 1684 unter anderm die silberne Kugel,das Schiff, eine Birne, einen Ritter zu Pferde, einen Fuchs, einen Rüden erhalten. ImJahre 1698 veräusserten sie Schiff, Birne, Fuchs und Ritter an Stubengenossen.

Der Ritter, Geschenk der Erben des Pannerherrn Caspar Schmid von 1638, Arbeitdes Goldschmiedes Hans Jakob Holzhalb, befindet sich noch heute in Privatbesitz.Ein 1700 angefertigter grosser Rüde, welcher bei Auflösung der adelichen Gesellschaftim Jahre 1878 von einigen der Junker auf die Stube zum Schneggen geschenkt wordenist, wurde nicht von einem Zürcher Meister, sondern von dem Schaffhauser Laiblin an-gefertigt.

Nachdem im Laufe des XVIII. Jahrhunderts vielfach ältere Becher zu Löffeln,Leuchtern, Salzfässern und dergleichen umgewandelt worden waren, gelangte im Jahre1798 auch das gesamte Geschirr der adelichen Gesellschaft, mit Ausnahme des grossenRüdens, zum Verkauf.

Der kleine Rüde von 1639, Arbeit von Hans Heinrich Riva, wurde von einemStubengenossen übernommen und ist noch vorhanden.

Schmiedenzunft. Das Silberbuch der Schmiede zum goldenen Horn ist nicht sopeinlich genau geführt, wie das später zu erwähnende der Zimmerleuten, es enthält aberdoch wertvolle Angaben. Neben den gewohnten Silbergaben erhielt die Stube 1574einen «vergülten Satyri Tüffelbecher», 1594 ein vergoldetes Horn von 39 Lot, 1611eine «Glocke», 1615 von zwei Gliedern des Geschlechtes Schwyzer einen «Pannerherren-becher», 1617 einen Würfelbecher, 1618 wird eines «Esswurm-Bechers» von 1575 ge-dacht. Diese Stücke waren im XVIII. Jahrhundert nicht mehr vorhanden. Dagegenbesassen die Schmiede später einen «Kohlenkorb» von 1630, ein neueres, vergoldetes«Horn», 73 Lot schwer, einen 1697 geschenkten, 121 Lot schweren «Ambos», eine«Glocke» von 1727. Ältere einfachere Becher wurden von Zeit zu Zeit eingeschmolzen.So wurden 1742 von 3624 Lot Silbergeschirr 437 Lot verkauft. Es verblieben nebendem übrigen Tafelgeschirr 116 Trinkgeschirre. Im Jahre 1775 verkaufte die Zunft anMünzmeister Locher nicht weniger als 48 Stücke Stäufe, Schalen, Muscheln, ein « Meer-fräuli» von 84 Lot, ein (von dem Geschlechte Heidegger 1668 geschenktes) «Heiden-fräuli» von 56 Lot, im Gesamtgewicht von 1487 Lot. Unter den verbleibendenBechern befanden sich neben «Ambos», «Horn», «Kohlenkorb», «Glocke», auch eine«Haubitze» von 156 Lot, drei Schalen mit den Bildern eines Konstablers, einesSchlossers und eines Kupferschmieds, 30 Tischbecher und 12 lischbecher «von den(bei den Schmieden zunftgenössigen) Herren Chirurgi». Im Jahre 1798 wurde diesesalles veräussert.