H. Zeller
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angefertigtes, Offleteneisen von 1619, welches Conterfey hier wiederzugeben wir unsnicht enthalten konnten. Im Jahre 1609 wurde er Amtmann zu Embrach , 1626 Rats-herr und Rechenherr. Er starb am 13. Juli 1627 im Alter von 66 Jahren. Von 6Lehrlingen, welche er von 1592 bis 1603 angenommen hatte, war der bedeutendsteEsaias Zurlinden, der 1609 in Nürnberg lebte und (nach Rosenberg, der GoldschmiedeMerkzeichen S. 289) ein viel beschäftigter Meister gewesen zu sein scheint: Ein hübscherBecher Zurlindens in Gestalt eines einmastigen Schiffes, ist dieser Tage in Köln für dieSammlung des Landesmuseums ersteigert worden.
Peter Rahns älterer Sohn, Hans Jakob, geboren 28. März 1591, 1603 Lehrling beiseinem Vater, wurde 1613 Meister und verheiratete sich im gleichen Jahr mit DorotheaPestalutz. — Ein jüngerer Sohn (oder ein Enkel), Hans Ulrich, geboren 1615, welcher1628 bei Meister Stephan Eberhard in die Lehre trat, vermählte sich 1634 mitKatharina Eberhard, wurde 1635 Meister und starb schon im gleichen Jahre.
Tafel IV.
Der Kriegsmann von Hans Heinrich Riva.
Hans Heinrich Riva, Sohn von Franz Riva, und Küngolt Rosalin, geboren 1590, ge-hörte einem der ennetbirgischen Geschlechter an, welche, ihres Glaubens wegen vertrieben,1 555 gastliche Aufnahme, aber noch nicht das Bürgerrecht in Zürich gefunden hatten.Er trat auf Verena 1603 bei Meister Hans Sturm in die Lehre, am 7. August 1607 wurdeer im Beisein der Meister Hans Ulrich Stampfer, Heinrich Spross, Caspar Zeller undChristoph Keller ledig gesprochen. Nach seiner Rückkehr von der Wanderschaft erhielter 1615 das bedingte Bürgerrecht von Zürich , am 18. Januar 1616 ward er Meister,1619 Zünfter zur Waag, woselbst er 1647 Stubenmeister wurde, die für ihn als nichtratsfähigen Geding-Bürger höchste erreichbare Ehrenstelle. Er war mit ElisabethStampfer verheiratet und starb 1660; seine Gattin folgte im Alter von 81 Jahren imJahre 1666. Unter sieben Lehrlingen findet sich 1637 sein älterer Sohn HansMelchior Riva.
Es sind uns drei Arbeiten Rivas bekannt, welcher seinen Wappenschild alsMeisterzeichen führte.
1. Die Perlmutterschnecke im Silberschatz der Schildner zum Schneggen. Eineauf einem Delphin reitende Nereide trägt die Muschel, deren Deckel ein Meeresunge-tüm bildet, welches von einem auf dessen Schweife sitzenden Tritonen mit dem Drei-zack bedroht wird. Vorn an dem barocken, mit Masken und Rolhverk verzierten Fussebefindet sich das mit Schmelzwerk eingelegte Wappen des Gebers * Herr IlauptmannRudolf von Schowenstein Ritter 1621 ». Der Aufbau der Ganzen ist äusserst zierlichund anmutig, Nereide und Triton sind beinahe überschlank.
2. Der auf Tafel IV abgebildete schildhaltende Kriegsmann, ein ungemein wirk-samer Tafelschmuck. Die Gesamthöhe des Bechers beträgt 41 cm, diejenige des Stand-bildes allein 31,3 cm. Der trotzige Krieger in Halbrüstung ist links mit einem altenSchweizerdegen bewehrt, rechts hinten (auf der Abbildung nicht sichtbar) hat er einen der