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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

mit nur sparsamer Verwendung von Grau, Violett und Blau. Pie F rei

heit, welche Franz 1 . den Wittwen zugestanden hatte, wurde dahin ein

geschränkt (S. 556). Auch sollten sie fortan keine Steine auf dem KoP

und in den Haaren, sondern höchstens an den Fingern, an Gurte >

Spiegeln und Messbüchern tragen. Gleich die Maitresse Heinrichs ■>

die Herzogin von Valentinois, kleidete sich nach seinem Tode ausschhe 53

lieh in schwarzer und weisser Seide, doch ohne ihren Hals zu bedecken-

Es wurde nun diese Trauerkleidung zunächst am Hofe allgemein, u

währte hier wohl über vierzig Jahre. Als bald darauf (1560) sein Bru ’

Franz II., starb, trug seine Gemahlin, Maria Stuart , ausserdem l an o e

weisse Schleier, was mehrentheils gleichfalls Nachahmung fand.

hingegen, etwa zu Ende der Regierung Karls IX. ward es unter

vornehmen Damen auch vielfach üblich mit Beibehalt von wcls °

sinn-

Schleiern in Braun zu trauern, und die Gewänder eben mit jenen

und

bildlichen Zierrathen, mit Todtenköpfen, Todtengebeinen, ThräncnThränenseen auszustatten, ja diese auch selbst auf ihren Halsbändern

Armspangen entweder gemalt oder in Goldarbeit anzubringen. B'^ s

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Trauer ein wenig nach, so vertauschten sie diese Zeichen gegen emkleinen Thränen umgebenes Bildniss des Verstorbenen, welches sieder Brust trugen. So blieb es bis unter Heinrich IV. , wo es nungemein üblich wurde, sich vollständig in Schwarz zu kleiden.

Die Niederlande.

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In den Niederlanden folgte man wesentlich dem franzo»-Vorgänge. Doch blieb hier einerseits der Einfluss, welchen der U P ^burgundische Hof (bis 1477) unmittelbar ausgeübt, von nachhalho ^Dauer, andrerseits die nach dem Falle Burgunds sich enger v0 Z ' e jf eD deVerbindung mit Deutschland und Spanien nicht ohne weitergr jWirkung. Der im Volke lebendige Hang zu äusserem, behag ^Prunke erhielt durch wachsenden Wohlstand stets neue Nahrung

auch die Mittel, dem vollauf genügen zu können. Es trug dies zll ° jgtmit dazu bei, es zur Aufnahme von ausheimischen Besonderheiten gzu machen, und es zu veranlassen solche, falls sie dem nicht sc ^ l0 ^, raC l)tsprachen, in eigner Bctlüitigung anzupassen. So gestaltete sich dieauf der Grundlage burgundischer Formen gleich vom Beginn de- ,hunderts an, 1 in beständig engem Anschlüsse an die (spanisc ; ^zösische, in einer hierdurch im Ganzen gebundenen, jedoch in DEinzelnen auch mehrfach eigenheitlichen Weise. . . orJ )iiin'

Beim männlichen Geschlechte zunächst äusserte sich dies '

1 Yergl. insbesondere die Werke (Gemälde und Kupferstiche) devan Leyden und seiner nächsten Nachfolger.