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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Spanien ausgehenden, steifen Formen zu entsagen. Bei dem allen h>e^die. Neigung zu einem reichen, maassvollen Schmucke, und einerhellen, leuchtenden Farben gemischten Buntheit vorherrschend. —Weiber suchten die ihrer Kleidung eigene, freiere Gestaltungsweise eben
falls möglichst zu bewahren. Bei fortgesetzter Einschnürung des Dchens, aber ohne sie etwa bis zur Formlosigkeit zu steigern, ^' esse *!. esesich in Betreff der Decolletirnng nicht beirren, vielmehr bildetenzum Theil durch Mitverwendung von feinstoffigem kragenartigem Sph z ® nbesätz längs dem Rande des Halsausschnitts u. dergl. noch reiz vaus. Das Leibchen verzierte man nun wohl häufiger stellenweis, somentlich auf den Brüsten, durch leichte Schlitzung nebst imtergel e ofarbigen Puffen. Die Ermel aber insbesondere, sowohl die engerenauch die weiteren, wurden fortan, je nachdem, durch Bausehung, Schnund Unterpufifung sehr verschiedenartig gestaltet, und ihnen nicht s _noch eigene, demgemäss reich ausgestattete Ilängeermel hinzuge 1Der Rock vor allem behauptete sich in seiner faltenreicheren Füllemehr oder minder schleppenden Länge. Demgegenüber fand der (4^irische) glockenförmig ausgespannte Reifrock auch bei den vornch®*-Ständen vorerst nur eine sehr spärliche, ja überhaupt nur gezwun BAufnahme. Auch in der Haartracht und im Kopfputz bewegte man ^noch geraumere Zeit, im Anschluss an die seitherigen Formen, 111mehr selbständig freien Weise, indem man auch hierin alles S tarrcviel als irgend thunlich vermied. Im Uebrigen liess man es we ° (0 g e nreichen Kleiderzierrathen und Schmucksachen, noch an kostbaren >-fehlen, wie solche ja grade die höchst ausgebildete einheimische B e * rlsamkeit in mannigfachstem Wechsel darbot. , jienf
So verblieb es bis um die Mitte des Jahrhunderts im Allg ein r .und hinsichtlich der mittleren Stände, wie auch des begüterten I 1thums, mit nur wenigen Ausnahmen weit über diesen Zeitpunkt il j c j,erUnter den höchsten Ständen indessen, so vor allem bei dem Adel, * e ^ erJ .dem Hofe nahe stand, gewann, hauptsächlich seitdem Philipp d ,eschaff angetreten hatte (von 1555 bis 1559), die spanische ^ else (rer n,wiegend an Geltung. Doch fügten auch sie sich derselben nur u ^ rIJ)tund suchten sie mit der ihnen gewohnten freieren (französischen ) nsoweit es eben ging, zu vereinigen. Die längeren Gewandungen gkeineswegs auf, sondern bediente sich ihrer nur seltner, zumeist nnliehen Verkehr. Die weiten Schlitzungen und Ausbausehungen z0 °zwar, wie die ganze Bekleidung, um ein Beträchtliches zusammen, ^auch (innerhalb beider Geschlechter) von den bis zum Hals hma ^schlossenen Leibchen nebst starrer Rundkrause ausgedehnteren Ge ^. sehielt sich aber in dem Allen nichtsdestoweniger von der jener ^eigenen Versteifung möglichst fern. Ihr unterlagen im Wesentlich