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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

tadelnd hervor (S. 643; vergl. S. 647). Seitdem zunehmend reicher ehandelt, bot sie sich dem gestrengen Osiander (1586) zu noch heftig ereRüge dar: „Sonderlich aber haben wir aus fremden Landen hergebraund gelernet grosse, lange, breite, dicke Krös um den Hals machen ^köstlicher, zarter, theurer Leinwand. Die müssen gestärkt und u'J^heissem Eisen aufgezogen werden (u. s. w.). Und pranget manchereinem schönen Kross und darf wohl ein gering Hemd dabei sein. DKröss muss man auch mit einem feinen silbernen oder anderen Dr >der sonderlich dazu gemacht ist, unterbauen, dass er das Kröss tra„eigleichwie man ausgezogene Linden mit etlichen Säulen untersetzetunterstützet: also erfordert immer ein Hoffart die andere“ (vergl- S- ’S. 586; S. 589 ff.).

Bis zu einer derartigen Erweiterung der Halskrause, der nachhältniss die Handkrausen folgten, setzte sich auch der Gebrauch„Gollers“ oder „Kollers“ in der ihm zuertheilten Eigenschaft e * neS j aeäStücks fort, währte vereinzelt auch selbst noch länger in dem Falle,^man sich mit der älteren, schmalen Rundkrause begnügte (S. 623).Beibehalt seiner ursprünglichen Form (Fig. 242 b) gewann er »Dseits, in Umgestaltung derselben, theils das Gepräge eines längeren, stfaltigen Schulterumhangs (Fig. 250 b), theils das eines knappen, er ®^losen Uebenziehjäckchens (Fig. 249). Es waren diese Jäckchen die ^J. Strauss angegriffenen „Schäublein“ und „Harzkäppiein“, kurz g e *dass man der Pracht unten sehen mag, verhauen bis auf die «wie der Landsknecht Käpplein“ (S. 647). Z(1

Wo man sich des geschlossenen oder des oberen, vom Gürtel a ^ ))ebeiden Seiten offnen Rocks bediente, geschah dies nunmehr selteneine Schürze darüber zu binden (Fig. 248 a.b; Fig. 249; Fig■ ~ ^

Sie ward bald nach der Mitte des Jahrhunderts zu einem Schmuck ^demgemäss in Stoff und Ausstattung zunehmend reicher beliebt-fertigte sie gemeiniglich von Weisszeug, doch auch von schwarzer ^Seide oder leichterem Taffet, und verzierte sie der Breite nach streweis mit Stickereien, zuweilen in durchbrochener Arbeit, oder auc ?andersfarbigem Besatz, und dies in so steigendem Grade kostbar,schliesslich auch dagegen das Gesetz auftrat. . e jt

Weder in" der Behandlungsweise der Gürtel und der Geff° ^sie mit zierlichen Täschchen, schmuckvoll gearbeiteten Bestecken ^„Scheiden“, Schlüsseln u. dergl. zu behängen (S. 623), noch in _und Ausstattung der Handschuhe zeigte sich eine merklicherung (S. 624), ausgenommen etwa, dass die Gürtel jetzt zuoffnen Oberkleidern nicht seitlich, sondern auch nach spanisch-fran ^schem Vorgänge vorn herab getragen wurden. So auch folgte nian jjsichtlich der Verwendung von Fächern, von kleinen Tragesp ,e

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