654
II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
regelmässig gefalten, dass er, bei gemeiniglich engstem UmschlossHalses, wie bis zur Erstarrung gerippt erschien. Eine solche Anorindessen gestatteten nur die aus leichterem Stoff gefertigtenDie von derberem Zeuge und, wie insonderheit für den Winter,.. .Pelzwerk ausgeschlagenen Mäntel liessen dies nicht zu. Sie hauptslieh erhielten jetzt eine sehr verschiedene Länge und zumeist höchsteoder aufzurichtende Krägen, gross genug um damit den Kopf vollst'^umhüllen zu können (Fig. 250 a). Die leichteren kragenlosen Um 8pflegte man bei ungünstiger Witterung über den Kopf zu ziehen, sie
Uebe r
dem Zweck gelegentlich selbst vermittelst Draht oder Fischbein zuArt von flacherem oder bogenförmigem Schirmdach auszuspannen. u<i “die Unkosten, welche auch auf diese Gewänder verwendet wurden, Kunter anderen J. Strauss (S. 647); mehr aber noch über das Aufkom^und die zunehmende Verbreitung der knappen Ueberziehjäckchenäusserst kurzen Mäntelchen, welche allerdings auch den eigeneMantel, mindestens bei der Jugend, fast zu verdrängen drohten (250 a. b).
Hinsichtlich der Kopfbedeckung erhielt sich das „Barett
und di®
„Haarhaube“ in ziemlicher Uebereinstimmung mit den Männern, j e 0noch etwas länger als bei diesen in Gebrauch (S. 624). Beides warVerbindung miteinander, aber auch jedes für sich allein getragen.Barett schrumpfte, gleich dem männlichen, immer mehr zusammen,dass es seit dem Ende der sechziger Jahre nur noch theils einer knapfgesteiften Rundkappe (Fig. 248 a; Fig. 249), theils einem aU . sS A erkleinen Mützchen oder Hütchen glich (Fig. 250 a). Die Sittenri®erkannten dies als ein Ergebniss fremden Einflusses und hieltenKlage auch darüber nicht zurück: „Und erstlich haben wir aus ' “
land herausgebracht kleine sammetine Hütlein, die tragen die Wem snicht zu bedecken das Haupt, sondern allein zur Zierd und Hoffa^Useind so klein, dass sie nicht den vierten Theil des Haupts be fmögen.“ Diese Mützchen bezog man besonders gern mit goldenensilbernen Schnüren, besetzte sie auch mit Steinen, Perlen undlichem Federbusch. Ebenso gleichwie schon seither, nur ohne ^schmuck, auch die „Haarhauben“, damit man das Haar entweder ^oder allein mit Ausschluss an den Schläfen umgab (Fig. 249; Fig■Daneben kamen enganliegende Käppchen mit vorn ringsumlau ^aufgerichtetem Pelzrande (Fig. 250 b), breite diademartige Stirnhauvon zumeist reicher Ausstattung (Fig. 248 a ), auch einfache Bun ^von Weisszeug und, etwa seit 1580, die seit länger in Frankrei ^liehen runden, über der Stirn inmitten eingesenkten (Stuarts-) KapP c n(Fig. 226 b; Fig. 227 b). — Die Schleier oder „ Stürzen“ g eff ^ r ,allmälig wiederum einige Bedeutung, indem man sie zu mehrere