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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

theils in Email verziert wurde. Abgesehen indessen von spärlichennahmen, begnügten sich auch selbst die Vornehmsten und Reichstennur wenigen derartigen Prachtstücken. Gerade in dem Punkte 1 ^sie, und mit ihnen verhältnissmässig die übrigen Stände, bei avielfach nachgerügten Prunk- und Nachahmungssucht, hinter den >~P a ^und Franzosen beträchtlich zurück. So unter anderem belief sicWerth eines schon als ausnehmend kostbar erachteten Schmuc'» ^

welches der Herzog von Preussen (um 1544) bestellte, auf 682der des gesammten Ausstattungsschmucks der Prinzessin Ann# ^Preussen (um 1594) auf nicht mehr denn 14,633 Mark, und er ^Ausstattungsschmucks der einzigen Tochter des Landgrafen Wil ,eHessen-Cassel (um 1589) sogar nur auf 420 Gulden. — Auch dieschönerungsmittel wurden künstlicher und in den nun neuen ,j er _sammensetzungen vor allem beim weiblichen Geschlechte immer uIhre Herstellung war zumeist Sache der Apotheker, von denen eS nEinzelne zugleich angelegen sein Hessen , die als vorzüglich be u ^Mischungen in „Keceptbüchern“ durch den Druck zu veröffentlich ^gab es denn sehr verschiedene Anweisungen zur Bereitung von Sch® 1 ^Haarfärbungsmitteln, Zahnpulver, künstlichen Wassern zur Erhaltu®^^Teints, von „wolschmackender Seiden zu dem Bart und dem 'von „Oelen, Schlagwassern“ und „Aquaviten“, von „Rosen-, E a ' a ^ re „,oder Majoranwasser“ und zahlreich anderweitigen Parfüms. Zuwelche eine Hauptrolle spielten, wurden als vorzügliche Bestan^^„Moschus, Bisam und Ambra“ empfohlen. Ihr Gebrauch nahm u '’° zUzu. Man bediente sieh derselben, um sie bequem bei sich mkönnen, theils als Pulver in einem „seiden Tüchlein oder Säcklc®^^genäht, theils in Gestalt von Kugeln oder sogenannten „Ponid' ^Bisam- und Thesemknöpfchen “, deren Zusammensetzung sogar nö j nl ro erJahreszeiten wechselte. Ueberdies wurde es, wie in FrankreiclG^e,gebräuchlicher, ausser den Kleidern auch die noch sonstigen Geg ewelche man trug, wie Taschentücher, Handschuhe, Fächer, (b un jurch'Blumenkränze, Blumensträusse u. dergl. mit Wohlgerüchen zUduften. — ^ en zu

So wenig es den Obrigkeiten gelang den Aufwand als s ^ u s-beschränken, so fruchtlos blieben ihre Bemühungen der wachsen ggugleichung der Stände in der Tracht zu wehren, und auch a ^ sodarüber verhallten. Wie in Deutschland schon seit lange (S- ^während des letzten Viertels des Jahrhunderts auch in der Scb wden skandinavischen Ländern. Dort hielt man sich wohl i® qM 6auch jetzt noch massiger; hier indessen griff das Uebel in ein6um sich, dass Johann III. von Schweden in dem nur kurzen g e jd evon vier Jahren zwei neue Verordnungen dagegen aufeteU®