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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

(S. 662 ff.). Auch die Schösse dieser Röcke wurden nicht mehr, oder

doch

nur auf kurze Dauer hin ausnahmsweise, zu regelmässigen Langfa ^geordnet, die Röcke selber nun aber theils, wie auch die Jacken> ~

Halse bis zur Taille, theils (zu gänzlichem Verschluss) der ganzen ^nung entlang mit Knöpfen versehen (Fig. 252 a. b). Beides, R°^. ^Jacke, in zunehmend engerem Anschluss an die (spanisch-) franzö suC ^Form gewann seit dem Ende der sechsziger Jahre durch Unterwattir»^an rundlicher Weite und auch hinsichtlich der Taille (vorn) anohne hierin jedoch zu irgend ähnlichen Masslosigkeiten zu entarten»dies namentlich in Frankreich und den Niederlanden geschah (vergh223 ; Fig. 232). Nächstdem trat der (Schoss-) Rock von vornlnj r ^(bei fortgesetzter Kürzung seiner Schösse bis über die Mitte der

Schenkel, hauptsächlich aber seit jener Zeit immer mehr hinter

derJä cke

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zurück, ja erhielt sich, vielleicht ausgenommen in Mailand , fa snoch bei den mittleren Klassen und ausserdem als amtliche BezeichnungSo in letzterer Eigenschaft unter anderen in Venedig , wo derselb®^^gleich mit einem der deutschen (gekürzten) Schaube ähnlichengewande bei den dem Dogen zugeordneten sechs „Scudieri“ (Fig- - ' .bis über den Schluss des Jahrhunderts ohne Aenderung fortbestand-^^steigender Vorherrschaft der Jacke wählte man die mit knappen» » ^

artigem Hiiftrandc vorzüglich für die Ocffentlichkeit, die ohne einenchen Vorstoss (als „■pretina“) zum Hauskleide (Fig. 252 b). ^ aIiZ ^ ergemein gebräuchlich war es Rock und Jacke, erstcren mindestens y 0 ' 1 ^Taille an, bis zum Hals zu verknöpfen. Die Ermel zogen sl _ tunte rganzen Länge nach enger zusammen, höchstens dass sie sich nn ^zur Schulter hin massig erweiterten; die Aufbauschungen aberverschwanden gleich anfänglich durchaus. Gelegentlich, jedoch in»stets nur sehr vereinzelt, umgab man die Schultern mit schmalenWülsten. Von der Aufschlitzung nahm man fast völlig Abstan • nnoch die studirende Jugend und einige Stutzer brachten solche ziiy ^in Form von leicht ausgepufften Langschnitten auf dem Brus ^ enAuch hinsichtlich der Hals- und Handkrausen hielt man sichanderweit damit vorgehenden Uebertreibungen nicht allein ferner,bediente sich daneben (statt ihrer) nur kurzer Vorstösse oder eiglatter Ueberschläge von feinem Weisszeug (Fig. 252 b). e „g-

Als Beinbekleidung kam die das ganze Bein bedecken »anschliessende (Tricot-) Hose wiederum vorwiegend in Gebrauc » ^

jedoch die selbständige Strumpfhose zu verdrängen. Die o a 2 urziehende Oberschenkelhose reichte nach wie vor einerseits

1 Vergl. bes. die Darstellungen in dem oben (S. 526) genannt®buche von Caesare Vecellio.

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