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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

zu lassen, und dies sich vom Hofe aus verbreitete (S. 55G),hierin der Papst Julius II. , und diesem wiederum die gesannntelichkeit. Die Regierung machte sich dies zu Nutze, und belegt®

Bart mit einer Steuer. AVer die Steuer nicht erlegte, ward streng csich zu rasiren. Die Reicheren zahlten, die Aermeren hingegen sa i ^zu Bartlosigkeit verurtheilt. Allgemein erkannte man darin einerechtigkeit, und alsbald erhoben sich hie und da einzelne Gelehrte, ^der Geistlichkeit das Recht, einen Bart zu tragen, nachwiesen,traten dagegen auf, woraus sich denn ein Streit entspann, welchenlieh Papst Paul III. (1534—1549) dadurch zu beendigen v ^| essC ndass er allen Geistlichen befahl sich der Bärte zu entledigen. j e rdie hohen Würdenträger waren zumeist anderer Meinung, nnd e ^ihnen eigenen Eitelkeit keineswegs irgend geneigt jenem Beie 1 j^rte,'zukommen. Nur wenige fügten sich demselben, die Mehrzahl J

und wartete auf eine ihr günstige Gelegenheit. Solche fan< slbishin unerhörten Festigkeit, mit welcher der eitle Guillauw 6 ^ re j C IieSohn des Kanzlers Franz I. , seinen Bart behauptete. Ihm wai ^ Q on ci'Bischofssitz von Clermont übertragen worden. Als er nach <® ^ jrj rC ]ielium von Prente hinreiste, um ihn einzunehmen, und sich m £| )0 r3

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begab, um die Messe zu vollziehen, fand er die Schranken &verschlossen. Alsbald erschienen drei Geistliche, der eine mit e | ne ^“ n a iif-Scheere, der andere mit einem Rasirmesscr und der dritte.nni^^^ggeschlagenen Statutenbuche des Kapitels, schweigend auf die ner itan lltdeutend, welche lautete „Barbis rctsis.“ Duprat besass den ‘ jgdod*schönsten Bart. Er wollte Gegenvorstellungen machen, C1 11durchaus nur jene stumme Antwort „Barbis rasis.“ G a , 0 ^ 1I ^ gse uici' 1besinnen, wandte er der Kirche den Rücken, rufend: „ich \ C1 ‘ j t) ]iiC'Bisthum und behalte meinen Bart.“ Die bartsüchtige Geistlic^^ ^lle,durch ermuntert, erhob sich abermals für den Bart, und nam ^ y 0 r-welche das Recht solchen zu tragen erkauft hatten, wurden in g aC lieStellung so dringlich, dass sie selbst Heinrich II. bewogen fürmit einzutreten. Dies aber trug nur noch mehr dazu bei deiy j a lir®zu beschönigen, und ähnliche Fälle zu veranlassen. So wu y r oie 5 >1551 Antonius Caraccioli zu der ihm ertheilten Bischofswüri e^ jj C sc=da auch er auf seinen Bart bestand, nur auf ausdrücklichen L t ein®Königs zugelasscn. Ebenso sah dieser sich im Jahre 1000 s oJea 1 **dahinbezügliche, besondere Kabinetsordre an die Domherrn ^ r dni iri ^ e,lrzu richten. Und, abgesehen von noch ferneren derartigen ^ ^

schichte des männlichen Barts unter allen Völkern der Erde et®^,.j ]nun g dFranzösischen. Leipzig 1797. S. 255 ff.; (doch wird hierin bei ge jne n **Angelegenheit des Guillaume Duprat irrtliümlicli erzählt, dassgeopfert habe).