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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Anhänger zumeist einhielten und folgends, als die eigentlich »Ke ermirten“, gegen die hierin weniger strengen „Lutheraner“ zu vertheidigen suchten, erregte zwischen ihnen selbst einen theologisch-gelehrte 1 *Kampf, den „adiaphoristischen Streit darin man sich auch ganz besorgders für und gegen die Beibehaltung unterschiedlicher Ornatstücke,der Chorhemden, Messgewänder u. s. w. heftig ausliess. Es wurde > e ^Streit sogar, wenigstens von Einzelnen, gegenseitig bei Aburtheilung ^die zwischen ihnen noch sonst bestehenden verschiedenen Ansichten,von der Abendmahlsfeier und Gnadenwahl, gelegentlich mit in K e rgezogen, bis denn solchem Streite überhaupt die Trennung beider K )r(um 1530) ein Ende machte. Mit dem gewaltsamen Tode Zwing(um 1531) und der hiernach wesentlich durch Johann Calvin eifrig g®^förderten Befestigung und Verbreitung dieser Lehre, dehnte siemählig, wenn auch nicht ohne vielfach innere Abschwankungen, ^mit ihrer strengen äusserliehen Einfachheit über die ganze Schweiz ,Süddeutschland, Frankreich , England (insbesondere stark nach Schott an j-nach Holland , und, obschon in geringerem Maasse, nach Norddeutscund Scandinavien aus. »r
Da England sich durch Parlamentsbeschluss zu Willen Heinrichs(um 1532) vom Papste trennte, und den König als Oberhaupt der Lankirche anerkannte, hatte die lutherische Lehre auch hier bereits zah rAnhänger gefunden. Aber wie der König diese Trennung lediglich %Erreichung seines persönlichen, rein weltlichen Zwecks, eben nur e " nerPaar schöner Augen wegen“ herbeiführte, so wenig war er, auchstreng religiösen Jugendbildung nach geneigt, die Kirche an sich eletwa durchgreifenderen Wandlung zu unterwerfen. Wohl nahm er ^Anstand (zwischen 1536 und 1540) sämmtliche Klöster aufzuheben,den besten Theil ihrer Reichthümer sich anzueignen, die Lehre und ' irliehen Gebräuche aber, wie auch selbst die bischöfliche Würde ^ e ^ an ,ungeschmälert fortbestehen. Alle Versuche des zum Erzbischof v ° n ^
terbury ernannten Thomas Cranmer , ihn zu einer Reform im lutherajcalvinistischen Sinne zu bewegen, mussten dem übermächtigen ^der katholischen Geistlichkeit erliegen. Dennoch scheint es als ^Cranmer selbst, und nicht ohne einigen Erfolg, auch schon dahin £ e1 ^ aa3den übermässigen kleidlichen Prunk auf ein bescheideneres ^herab zu stimmen. 1 So wenigstens zeigt ihn das in Holz geschm ^Titelblatt seiner im Jahre 1539 gedruckten Bibel, wie er in B e S®' j ie r-von zwei Kaplänen dem Könige dies Werk überreicht, ohne beidenkömmlichen Abzeichen seiner Würde, sondern nur, gleich den
1 Vergl. unt and. F. W. Fairholt. Costume in England: a hist 7dresse etc. S. 273 ff.